Wann darf L-Thyroxin nicht eingenommen werden?

Gegen die Einnahme des Schilddrüsenhormons Levothyroxin (L-Thyroxin) sprechen folgende Zustände bzw. Erkrankungen:

  • unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion
  • Überempfindlichkeit gegen L-Thyroxin  oder einen anderen Bestandteil des Präparats
  • unbehandelte Nebennierenrindenschwäche, auch als Folge einer unbehandelten Schwäche der Hirnanhangsdrüse (Hypophyseninsuffizienz)
  • frischer Herzinfarkt
  • akute Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • akute Entzündung aller Wandschichten des Herzens (Pankarditis)

Weitere Situationen, in denen Thyroxin nicht eingenommen werden sollte

Im Fall einer Schwangerschaft ist die gleichzeitige Einnahme von L-Thyroxin und einem Schilddrüsen-hemmenden Medikament (Thyreostatikum) zu vermeiden.

Zu den Gegenanzeigen für L-Thyroxin zählt auch seine Einnahme zur Reduktion von Fettleibigkeit bzw. Übergewicht bei Menschen mit normaler Schilddrüsenfunktion. Leider wird dieser (gefährliche) "Tipp" gegen überschüssige Pfunde hier und da propagiert.

Vor der Verordnung von Thyroxin müssen zudem ein Bluthochdruck, eine Erkrankung der Herzkranzgefäße sowie eine unkontrollierte Schilddrüsenhormonproduktion (Schilddrüsenautonomie) ausgeschlossen bzw. behandelt werden. Abgesehen von der Schilddrüsenautonomie gilt das auch für die Durchführung eines Tests der Schilddrüsenfunktion, bei dem auch Thyroxin eingenommen werden muss.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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