Was muss ich bei der Einnahme von Schilddrüsenhormonen beachten?

Schilddrüsenhormone werden zur Behandlung einer Unterfunktion der Schilddrüse eingesetzt. Je nach Ursache müssen sie nur vorübergehend oder aber lebenslang eingenommen werden. Dabei ist es wichtig, sich an einige Vorgaben zu halten, um den Körper optimal mit den lebensnotwendigen Hormonen zu versorgen.

Die richtige Dosis finden – eine Herausforderung

Die Hormonpräparate sind in unterschiedlichen Dosierungen erhältlich. Die Tagesdosis ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden und richtet sich nach dem jeweiligen TSH-Wert. Die Einnahme von Schilddrüsenhormonen sollte daher immer in Abstimmung mit einem Arzt erfolgen.

Oft ist es gar nicht so einfach, die richtige Dosis für den Einzelnen zu finden. Der Arzt wird sich gemeinsam mit Ihnen langsam an die Menge herantasten, die für Sie am besten ist. Anhand der Schilddrüsenwerte (TSH-Werte) wird er zunächst die Anfangsdosis festlegen, anschließend regelmäßig durch Bluttests überprüfen und ggf. anpassen.

Aber nicht nur die bloßen Laborwerte zählen, sondern natürlich auch Ihr Wohlbefinden. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihrem Arzt Rückmeldung geben, wie es Ihnen mit der jeweiligen Menge an Hormonen geht.

Einschleichend beginnen

Wichtig ist es, die Therapie einschleichend zu beginnen, damit sich der Körper an die zugeführten Hormone gewöhnen kann. Das bedeutet: Die Anfangsdosis sollte möglichst gering sein und nur langsam um ein Minimum erhöht werden, bis die "normale" Hormonkonzentration erreicht ist. Dies gilt vor allem für Menschen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Einnahmezeitpunkt beachten

L-Thyroxin sollte möglichst immer zum gleichen Zeitpunkt eingenommen werden: Am besten am Morgen, eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit einem großen Glas Wasser.

Oft auch wird L-Thyroxin zusammen mit Jod verabreicht. Das hat den Grund, dass der Körper zur Herstellung von Schilddrüsenhormonen Jod benötigt. Mit einer Zufuhr von außen wird er zusätzlich unterstützt.

Präparat nicht einfach wechseln

Die Wirkung von L-Thyroxin hängt von der Zusammensetzung des jeweiligen Präparats ab. Diese kann von Hersteller zu Hersteller variieren. Selbst wenn alle Präparate denselben Wirkstoff in gleicher Menge beinhalten, kann es sein, dass der Körper auf bestimmte Bindemittel und Zusatzstoffe unterschiedlich reagiert. Wer vorhat, das Präparat zu wechseln, sollte daher auf jeden Fall Rücksprache mit dem Arzt halten.

Wechselwirkungen beachten

Durch die gleichzeitige Einnahme anderer Arzneimittel können verschiedene Wechselwirkungen auftreten. Glukokortikoide (Kortison), Betablocker (Blutdrucksenker) oder die Pille zum Beispiel können die Wirkung von L-Thyroxin vermindern. Zudem können Kalziumtabletten, Eisenpräparate und Medikamente, die bei Sodbrennen eingesetzt werden (sogenannte Antazida), die Aufnahme von L-Thyroxin aus dem Darm behindern. Auch bestimmte Lebensmittel wie Milch und Sojaprodukte können die Resorption des Schilddrüsenhormons vermindern.

Außerdem: Diabetes-Patienten, die Metformin-Tabletten einnehmen oder Insulin spritzen, müssen bei der Einnahme vom Levothyroxin vorsichtig sein, da es den blutzuckersenkenden Effekt abschwächen kann. Zudem kann L-Thyroxin die blutgerinnungshemmende Wirkung von Arzneien (wie Phenprocoumon) erhöhen.

Des Weiteren ist zu beachten: Wer gegen den Wirkstoff allergisch reagiert oder an einer akuten Herzmuskelentzündung erkrankt ist, darf L-Thyroxin nicht einnehmen.

All diese Interaktionen wird Ihr Arzt aber ausführlich mit Ihnen besprechen. Und wenn Ihnen etwas unklar ist, fragen Sie einfach nochmal nach. Schließlich geht es darum, dass Sie Ihren Körper womöglich lebenslang bestmöglich unterstützen.

Autoren: Nina Schratt-Peterz, Eva Bauer (Ärztin)

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