Gibt es noch mehr Laborwerte für die Schilddrüse?

Ja. Neben den drei wichtigsten Blutwerten TSH, fT3 und fT4 zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion sind noch weitere Laborwerte für die Schilddrüse von Bedeutung. Sie werden aber erst bestimmt, wenn der Verdacht auf eine entsprechende Schilddrüsenerkrankung besteht. Zur Routineuntersuchung gehören sie nicht.

Folgende Laborwerte für die Schilddrüse können zusätzlich erhoben werden:

  • Auto-Antikörper MAK, TAK und TRAK
  • Calcitonin
  • Thyreoglobulin

MAK, TAK und TRAK

MAK (oder TPO-Antikörper), TAK und TRAK sind die wichtigsten Schilddrüsen-Antikörper (Abwehrstoffe), die der Körper gegen das eigene Schilddrüsengewebe, die Schilddrüsenenzyme und Schilddrüsenhormone richten kann. Diese Werte werden meist bei Verdacht auf eine Entzündung oder eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse durch eine normale Blutprobenentnahme bestimmt.

Ist der TRAK-Wert erhöht, kann das auf einen Morbus Basedow hindeuten. Die Antikörper stimulieren die Schilddrüse dazu, vermehrt T3 und T4 auszuschütten, was zu einer ausgeprägten Schilddrüsenüberfunktion führt. Bei gesunden Personen hingegen ist der TRAK-Wert negativ.

Stark erhöhte Werte der Auto-Antikörper MAK (TPO-Ak) sowie meist zusätzlich TAK (TG-AK) im Blut sind typisch für die Hashimoto-Thyreoiditis. Da die Antikörper das Schilddrüsengewebe zerstören, kommt es zu einer dauerhaften Schilddrüsenunterfunktion.

Wichtig: Auto-Antikörper lassen sich manchmal auch bei gesunden Menschen nachweisen und sind kein Beweis dafür, dass eine Autoimmunerkrankung vorliegt.

Calcitonin

Calcitonin ist ein Hormon, das eine wichtige Rolle im Kalzium-Stoffwechsel spielt und den Knochenaufbau fördert. Der Spiegel des Hormons wird durch den Kalziumgehalt des Blutes bestimmt. Bei erhöhtem Kalziumwert im Blut wird vermehrt Calcitonin freigesetzt. Ist nur wenig Kalzium im Blut, wird auch weniger Calcitonin produziert.

Der Calcitonin-Wert wird meist bestimmt, um zu erkennen, ob ein bösartiger Tumor (kalter Knoten) vorliegt. Außerdem: Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist der Calcitonin-Wert erniedrigt. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion und einem Schilddrüsenkarzinom ist er erhöht.

Thyreoglobulin

Das Thyreoglobulin ist ein Eiweiß der Schilddrüse. Bei gesunden Menschen ist nur wenig Thyreoglobulin im Blut (weniger als 75 µg/ml) nachweisbar.

Ein erhöhter Thyreoglobulin-Wert kann Hinweis auf Schilddrüsenkrebs sein. Er wird daher als Tumormarker im Rahmen der Therapie- und Verlaufskontrolle bei Schilddrüsenkrebs bestimmt. Aber auch bei gutartigen Erkrankungen der Schilddrüse (z.B. Kropf, Basedow-Krankheit, autonomes Adenom) kann die Thyreoglobulin-Konzentration im Blut erhöht sein.

Der Wert kann aber auch erniedrigt sein, zum Beispiel aufgrund einer Schilddrüsenhormontherapie, aber auch nach einer Schilddrüsen-Operation (Entfernung der Schilddrüse) oder bei angeborenem Fehlen der Schilddrüse.

Für Erwachsene gelten folgende Referenzbereiche:

Wert Normbereich
Antikörper gegen Schilddrüsen-Mikrosomen (MKA, TPO-AK, Anti-TPO) < 80 U/ml
Antikörper gegen Thyreoglobulin (TAK, Anti-TG) Frauen: < 100 IU/ml, Männer: < 60 IU/ml
Antikörper gegen TSH-Rezeptor (TRAK, Anti-TSH-R) < 9 U/l
Calcitonin (HCT) Frauen: < 5,0 ng/l, Männer: < 8,4 ng/l
Thyreoglobulin (TG) bei Schilddrüsen-Gesunden: < 75 µg/ml, nach Schilddrüsenentfernung: < 3 µg/ml

Quelle: www.gesundheit.de/krankheiten/druesen-und-hormone/schilddruese-und-nebenschilddruese/schilddruesenwerte

Autorin: Nina Schratt-Peterz

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