Was bedeuten die Werte T3, T4 und TSH?

Die einzelnen Blutwerte T3, T4 und TSH geben Auskunft über die genaue Funktionsfähigkeit der Schilddrüse. Sie sind daher besonders wichtige Parameter für die Diagnose einer Schilddrüsenerkrankung (Schilddrüsenüber- und unterfunktion).

T3 und T4: Botenstoffe der Schilddrüse

Die beiden Hormone T3 und T4 werden direkt von der Schilddrüse ins Blut ausgeschüttet, und zwar entweder in freier Form oder gebunden an Proteine, die sie durchs Blut transportieren. Für die Diagnose sind aber nur die freien Hormone fT4 (freies Tetrajodthyronin) und fT3 (Trijodthyronin) von Bedeutung.

Die beiden Hormone sind für fast alle wichtigen Funktionen wie den Stoffwechsel, Herz und Kreislauf, Magen und Darm, Nerven und Muskeln im Körper zuständig. Auch die Psyche und die Fruchtbarkeit sowie das Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln werden von den Hormonen beeinflusst.

Ein erhöhter T3 bzw. fT3-Wert sowie ein erhöhter T4 bzw. fT4-Wert deuten auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin. Zudem können diese Blutwerte auch durch die Einnahme von T3-haltigen Schilddrüsentabletten oder (zu hoch dosierten) L-Thyroxinhaltigen Präparaten erhöht sein.

Sind die Werte T3, fT3, T4 und fT4 dagegen erniedrigt, ist es möglich, dass eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt. Des Weiteren können auch eine Schilddrüsen-Operation, die Radiojod-Therapie und die Behandlung mit Thyreostatika (= schilddrüsenhemmende Medikamente) zu erniedrigten Werten führen.

TSH macht der Schilddrüse Dampf

TSH ist die Abkürzung für Thyreoidea-stimulierendes Hormon, auch Thyreotropin genannt. Es wird in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet. Sie ist gewissermaßen der Befehlshaber der Schilddrüse und sagt ihr, wenn sie mehr Hormone produzieren soll. Dazu schüttet sie wiederum ihren eigenen Botenstoff, das TSH aus, das über das Blut zur Schilddrüse gelangt. Dort angekommen stimuliert es die Produktion der Schilddrüsen-Hormone T3 und T4.

Im Normalfall herrscht im Körper ein ausgeglichener Hormonspiegel von T3 und T4. Dann wird die Ausschüttung von weiterem TSH gehemmt, da die Schilddrüse ja nicht noch weiter stimuliert werden muss. Nimmt der Hormonspiegel von T3 und T4 im Blut jedoch ab, wird wieder mehr TSH ausgeschüttet. Dieser Vorgang wird auch "thyreotroper Regelkreis" genannt.

Verschiedene Konstellationen möglich

Ist der TSH-Wert erhöht und sind die Schilddrüsen-Hormone T3 und T4 gleichzeitig erniedrigt, könnte das bedeuten, dass eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt. Die Hypophyse versucht dann, die nachlässige Schilddrüse mit der Ausschüttung von mehr TSH anzufeuern. Ein erhöhter TSH-Wert kann außerdem, wenn auch sehr selten, auf einen Tumor der Hirnanhangsdrüse hindeuten.

Ein erniedrigter TSH-Wert könnte hingegen Anzeichen für eine Schilddrüsenüberfunktion sein. Wenn zuviel T3 und T4 vorhanden ist, wird sich die Hirnanhangsdrüse hüten, die Schilddrüse mit TSH noch weiter zu stimulieren. Aber auch bestimmte Medikamente wie Kortison oder Dopamin können den TSH-Wert erniedrigen.

Der TSH-Wert wird auch als primärer oder zentraler Schilddrüsenwert bezeichnet. Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion ist er maßgeblich. Liegt er im Normalbereich, kann man davon ausgehen, dass die Schilddrüse normal arbeitet.

Um zu sehen, was die Blutwerte T3, T4 und TSH genau aussagen, ist es wichtig, deren Referenzwerte zu kennen. Hier ein Überblick über die einzelnen Schilddrüsen-Parameter:

Wert Normbereich
TSH 0,4 - 2,5 mlU/l
T3 1,49 - 2,6 nmol/l
freies T3 (fT3) 3,9 - 6,7 pmol/l
T4 71,2 - 141 nmol/l
freies T4 (fT4) 10,0 - 23,0 pmol/l

Quelle: www.gesundmed.de/laborwerte/

Ein Laborwert allein sagt wenig aus

Wichtig: Die Werte können je nach Alter und Geschlecht der Patienten vom angegebenen Normalwert abweichen. Kinder haben generell höhere und ältere Menschen niedrigere T3- und T4-Werte. Zudem können die Referenzwerte je nach Labor und Methode sehr unterschiedlich ausfallen.

Daher sind neben den reinen Laborwerten immer auch die jeweiligen Beschwerden und weitere Untersuchungen wie das Abtasten der Schilddrüse und eine Ultraschallaufnahme wichtig. Erst in der Zusammenschau aller Befunde lassen sich die Laborwerte richtig einordnen.

Außerdem: Der TSH-Wert schwankt bei jedem Menschen über den Tag verteilt. Um Mitternacht sind die Werte meist am höchsten, am Nachmittag am niedrigsten.

Autoren: Nina Schratt-Peterz, Eva Bauer (Ärztin)

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