Auf was muss vor der Radiojodtherapie geachtet werden?

Vor Beginn der Radiojodtherapie ist es wichtig, auf eine jodarme Ernährung zu achten, damit die Schilddrüse möglichst viel radioaktives Jod während der Therapie aufnehmen kann. Daneben sind noch ein paar weitere Punkte zu beachten.

Der Schilddrüse Appetit machen

Die Schilddrüse hat eine bestimmte Speicherkapazität für Jod. Sind die Speicher gefüllt, kann sie eine Zeit lang kein weiteres Jod oder jodhaltige Substanzen aufnehmen. Deshalb ist es wichtig, die Schilddrüse vor einer Radiojodtherapie gewissermaßen „auszuhungern“ und ihr möglichst wenig Jod zuzuführen, damit sie sich umso mehr auf das Medikament stürzt und die Wirkung voll zur Geltung kommen kann.

In der Regel wird dem Patienten vom Arzt eine vier- bis sechswöchige Jodkarenz verordnet. In dieser Zeit sollte der Patient kein oder möglichst wenig Jod zu sich nehmen.

Jodhaltige Lebensmittel meiden

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das vor allem in Seefischen, Meeresfrüchten und Algenprodukten in größerer Menge vorkommt. Aber auch andere häufig verzehrte Lebensmittel wie Butter, Joghurt, Käse, Eier, Kiwi, Spinat, Rindfleisch und schwarzer Tee sowie viele Fertigprodukte, die aus jodiertem Speisesalz hergestellt werden, enthalten Jod.

Etwa vier Wochen vor der Radiojodtherapie sollten Sie auf solche Lebensmittel verzichten. Das bedeutet, kochen Sie selbst, und verwenden Sie zur Zubereitung der Speisen jodfreies Speisesalz. Versuchen Sie zudem, sich ausschließlich von frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln (am besten keine industriell hergestellten Produkte) zu ernähren.

Auf jodhaltige Medikamente und Vitaminpräparate verzichten

Jodhaltige Kontrastmittel oder Desinfektionsmittel stellen weitere Jodquellen dar und sollten in der Zeit vor dem Eingriff vermieden werden. Auch viele Medikamente wie zum Beispiel sogenannte Antiarrhythmika (Arzneimittel, die zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen verwendet werden) enthalten Jod und sollten rechtzeitig vor einer Radiojodtherapie abgesetzt werden. Eventuell müssen Patienten auch auf die Einnahme bestimmter Multivitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel verzichten, sollten diese ebenfalls mit Jod angereichert sein.

Wichtig: Vor der Radiojodtherapie wird Ihnen Ihr Arzt in einem Aufklärungsgespräch genau erklären, was es vor der Radiojodtherapie zu beachten gibt. Zudem sollten Sie Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen müssen, immer erst nach ärztlicher Rücksprache absetzen.

Notwendige Untersuchungen

Darüber hinaus sind vor der Therapie mehrere Untersuchungen wie eine Blutuntersuchung, eine Ultraschalluntersuchung und ggf. eine Szintigraphie erforderlich. Außerdem erfolgt eine sog. Dosimetrie, bei der die benötigte Menge an Radioaktivität ermittelt wird. Sie ist abhängig von der jeweiligen Erkrankung und dem individuellen Patienten.

Schließlich sollte man unmittelbar vor Einnahme des Radiojods nüchtern sein, damit das radioaktive Kontrastmittel besser aufgenommen wird. Es empfiehlt sich, sechs Stunden vor der Therapie nichts mehr zu essen. Nach der Gabe des radioaktiven Mittels wird empfohlen, etwa eine Stunde abwarten, bevor man wieder etwas isst.

Autoren: Nina Schratt-Peterz, Eva Bauer (Ärztin)

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