Morbus Basedow: Ist der Verzehr jodreicher Lebensmittel dann gefährlich?

Ja, der übermäßige Verzehr jodreicher Lebensmittel kann bei Morbus Basedow tatsächlich gefährlich sein. Bei der Autoimmunerkrankung kommt es zu einer Überfunktion der Schilddrüse, das heißt, es werden zu viele Schilddrüsenhormone gebildet. Da eine jodreiche Ernährung die Produktion von Schilddrüsenhormonen zusätzlich ankurbelt, sollten Sie Lebensmittel, die größere Mengen Jod enthalten, meiden.

Nicht zu viel und nicht zu wenig

Jod ist ein lebenswichtiges Element. Die Schilddrüse benötigt es, um ausreichend Hormone bilden zu können. Der Hormonhaushalt unseres Körpers ist ein sehr sensibles System, das ständig im Gleichgewicht gehalten und an die Bedürfnisse des Organismus angepasst werden muss. Ein Zuviel an Hormonen ist ebenso ungünstig wie ein Zuwenig.

Beim Morbus Basedow ist dieses fragile Gleichgewicht aus den Fugen geraten. Die Schilddrüse produziert mehr Hormone als benötigt. Wird sie zusätzlich mit Jod „gefüttert“, arbeitet sie noch eifriger.

Ihr neuer Speiseplan

Daher sollte die Schilddrüse nicht noch weiter angeregt werden. Hier einige Tipps, wie Sie selbst dazu beitragen können:

Zu den Lebensmitteln, die viel Jod enthalten, zählen vor allem Seefische, Muscheln (Meeresfrüchte) und Algen. Seefische und Meeresfrüchte sollten daher nur gelegentlich auf dem Speiseplan stehen und nicht in Übermaßen genossen werden. Auf den Verzehr jodhaltiger Algen sollten Sie vollkommen verzichten.

Um nicht unnötige Mengen an Jod aufzunehmen, sollte man außerdem kein jodiertes Speisesalz verwenden und kein jodhaltiges Mineralwasser trinken.
Da zur Herstellung von Fertigprodukten (z. B. Wurst, Milchprodukte, Käse) häufig jodiertes Speisesalz verwendet wird, sollten Sie zudem darauf achten, nicht zu oft zu Fertiglebensmitteln zu greifen. Es empfiehlt sich, möglichst immer mit frischen Lebensmitteln zu kochen. Das ist im Übrigen grundsätzlich ratsam, auch für kerngesunde Menschen.

Und schließlich: Jodhaltige Nahrungsergänzungsmittel (Brausetabletten, Pillen, Kapseln), Kontrastmittel und Wunddesinfektionsmittel sowie Medikamente, die Jod enthalten, dürfen nur eingeschränkt verwendet werden. Ihr Arzt wird Sie hierüber aufklären und Ihre Medikamente ggf. umstellen.

Autoren: Nina Schratt-Peterz, Eva Bauer (Ärztin)

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