Kann ich durch Kälte einen Hexenschuss bekommen?

Ja. Wenn der Rückenbereich auskühlt, kann das – bei entsprechend vorgeschädigter Wirbelsäule – einen Hexenschuss fördern. Das Problem daran ist, dass man von dieser Kälte oft kaum etwas mitbekommt. Typisches Beispiel: ein verschwitztes Hemd oder T-Shirt und dann eine Zeit lang in der kühlen Luft – man fühlt sich wegen des Schwitzens immer noch recht warm, kühlt aber im selben Moment am Rücken aus.

Die gleiche Situation besteht nach einem Schwimmbadbesuch. Nasse Badebekleidung bekommt dem Rücken nicht. Kleiden Sie sich nach dem Baden sofort um, oder wickeln sich in ein trockenes Badetuch.

Und warum ist die Kälteeinwirkung so ungünstig? Weil sie die Muskeln anspannen lässt. Und ein Hexenschuss ist ja letztlich nichts anderes als ein starker Muskelkrampf. Ist die Wirbelsäule aufgrund jahrelanger Fehlbelastungen schon vorgeschädigt und sind dann noch die Rückenmuskeln wegen der Kühle angespannt, genügt oft nur noch eine leichte Fehlbewegung und der Hexenschuss ist da.

Es kommt auf die Art der Kälteeinwirkung an

Kälte ist nicht gleich Kälte. Kaltes Wasser zur Abhärtung ist gesund, sofern das Wasser nicht auf einen ausgekühlten Rücken kommt. Erwärmen Sie sich vorher mit einer heißen Dusche. Anschließend einen kurzen kalten Reiz setzen. Dann sofort warm anziehen, um nicht auszukühlen. So kann Ihnen Kälte nicht schaden.

Grundsätzlich sollten Sie bei anstrengenden Arbeiten feuchte Kleidung austauschen und nicht am Rücken trocknen lassen. Zum Beispiel bei der Gartenarbeit, wenn die Sonne ein T-Shirt am Rücken trocknet.

Und wenn Sie im Winter beim zügigen Spazierengehen oder Langlauf schwitzen: Tragen Sie Wärme-ausgleichende Funktionsunterwäsche. Mit diesen Maßnahmen können Sie sich gegen einen Hexenschuss aufgrund von Kälteeinwirkung schützen.

Autorin: Marianne Valki-Wollrabe, Physiotherapeutin