Blockierung: Funktionelle Anatomie

Der Begriff „Blockierung“ im hier beschriebenen Sinn ist ein Schlüsselbegriff in der Manuellen Medizin (syn. Chirotherapie). In anderen Fachgebieten wie Orthopädie, Sport- oder Allgemeinmedizin wird der Begriff zum Teil ebenfalls in diesem Sinne, oder aber (besonders auch in der Orthopädie) im Sinne der allgemeinen Bedeutung des Wortes „Blockierung“ verwendet.

Typisch für Blockierungen sind die von der Bewegungsrichtung abhängige Intensität der Schmerzwahrnehmung und die Erhöhung des Muskeltonus. Bei Bewegung, beispielsweise einer Drehung, in eine blockierte Richtung ist im Gegensatz zur uneingeschränkten, freien Richtung sowohl das Ausmaß der Bewegung vermindert als auch der Tonus der segmental zugeordneten Muskulatur erhöht.

Die Blockierung ist in der Manuellen Medizin ein kleiner und häufiger klinischer Befund; seine Ursache und sein Entstehungsmechanismus konnte aber bisher nicht ausreichend aufgeklärt werden. Nach heutiger Vorstellung handelt es sich dabei nicht, wie früher oft angenommen, um eine mechanische Gelenksperre, sondern um ein schmerzbedingtes (nozireaktives) Reflexgeschehen.

Funktionelle Anatomie

Ein Gelenk ist eine bewegliche Verbindung zwischen zwei oder mehr Knochen. Jedes Gelenk wird, unabhängig von Art- und Form, durch eine aktive oder passive Lageveränderungen der jeweils gelenkbildenden Knochen relativ zueinander, bewegt.

Dabei sind grundsätzlich sechs verschiedene Arten möglich. Dies sind die drei Achsen, um die es bewegt werden kann, also Beugung und Streckung sowie Drehung nach links und rechts und Seitwärtsneigung ebenfalls nach links und rechts.

Dazu kommen die drei Ebenen, auf denen es verschoben werden kann, also nach vorne und hinten, nach links und rechts sowie nach unten und oben. Ausmaß und Richtung einer Bewegung sind gelenkspezifisch und wurden auch im Bereich der Wirbelsäule vermessen.

Letztlich kommt es bei jeder Bewegung zu abschnittsweise unterschiedlichen Spannungszuständen in den zugeordneten Bandstrukturen und zu Relativbewegungen der jeweiligen Gelenkflächen zueinander. Das Ausmaß der Mobilität ist zwar ein wichtiges Kriterium bei der Diagnostik, jedoch isoliert betrachtet kein Beweis für eine Blockierung, denn bei ihr muss die Beweglichkeit zwar in eine oder in mehrere Richtungen vermindert, aber in mindestens einer Richtung uneingeschränkt vorhanden sein.


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