Bandscheibenvorfall: Symptome und Diagnose

Symptome des Bandscheibenvorfalls sind starke, häufig in ein oder beide Arme (Brachialgie) oder in ein oder beide Beine (Ischialgie, Cruralgie) ausstrahlende Schmerzen, oft mit einem Taubheitsgefühl im Versorgungsgebiet der eingeklemmten Nervenwurzel.

Gelegentlich können auch Lähmungserscheinungen an den Gliedmaßen in den so genannten Kennmuskeln auftreten. In Extremfällen kann es zu einem Querschnittsyndrom kommen, wenn das Rückenmark oder die Cauda equina geschädigt werden. Bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule können dadurch Stuhl-, Harninkontinenz und Reithosenanästhesie auftreten.

Diagnostik

NMR-Darstellung eines Bandscheibenvorfalles: Der Spinalkanal erscheint in dieser Auswertungstechnik hell, die von links kommende, dunkle Vorwölbung ist der Vorfall, der den Spinalkanal abklemmt (Quelle Wikipedia)Ein Bandscheibenvorfall kann sich symptomlos ereignen und wird unter Umständen gar nicht erst entdeckt. Untersucht man Menschen, die nie wesentlichen Ärger mit der Wirbelsäule hatten, mittels MRT oder CT, finden sich bei 25 bis 28 Prozent dieser „gesunden“ Menschen Bandscheibenvorfälle.

Der Umkehrschluss, einen bei einer bloßen Ischiasreizung gefundenen Bandscheibenvorfall als den Quell des Übels anzusprechen und zu operieren, kann daher falsch sein.

Die häufigsten Symptome sind starke Schmerzen (sowohl im Rückenbereich wie auch zu den Beinen ausstrahlend, im Fall der Lendenwirbelsäule), manchmal auch Empfindungsstörungen (Parästhesien) und/oder Lähmungen.

Diese äußern sich bei betroffenen Lendenwirbelbandscheiben häufig durch Taubheitsgefühl (pelzig) in den Füßen und Unterschenkeln und Gangunsicherheit. Häufig betroffen ist die Muskulatur, die den Fuß, die Zehen oder den Fußaußenrand hebt.

Die Schmerzen lassen (etwas) nach, wenn man sich in die Rückenschonhaltung begibt. Nachlassende Schmerzen bei fortschreitender Lähmung sind ein schlechtes Zeichen, dann sind die sensorischen (schmerzleitenden) Fasern schon zerstört und die robusteren motorischen Fasern folgen nun.

Ein Neurochirurg, Orthopäde oder Neurologe kann die Diagnose stellen. Ein Bandscheibenvorfall kann zu einem positiven Lasègue-Zeichen und Kernig-Zeichen führen. Häufig wird diese durch bildgebende Verfahren unterstützt. Eine rasche Behandlung kann schädliche Folgen (etwa einen auf Dauer abgeschwächten Fußheber) minimieren. Ein Arzt sollte daher auf jeden Fall aufgesucht werden.

 


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