Was genau drückt bei einem Bandscheibenvorfall eigentlich auf die Nerven?

Um das zu erläutern, muss man sich die Anatomie der Wirbelsäule vor Augen rufen. Eine Bandscheibe sitzt jeweils zwischen zwei Wirbeln. Sie setzt sich zusammen aus einem äußeren Faserring und einem inneren Kern. Dieser Kern, der eigentliche Stoßdämpfer, besteht aus einer zähen, gallertartigen Masse. Die Konsistenz kann man sich etwa wie weiches Gummi vorstellen, nur noch etwas flüssiger und beweglicher.

Bei einem Bandscheibenvorfall dringt dieses Stoßdämpfermaterial durch Risse des Faserrings (und die umgebenden Längsbänder) nach außen. Nach außen heißt hier aber eigentlich nach innen. Denn das "vorfallende" Gewebe ragt dann in den Rückenmarkskanal. Und dort drückt es auf die im Rückenmark verlaufenden Nervenbahnen. Manchmal lösen sich dabei auch Teile des Bandscheibenkerns ab. Diese "Sequester" genannten Bruckstücke können dann ebenfalls auf die Nervenbündel drücken.

Je nachdem, auf welcher Höhe der Wirbelsäule der Bandscheibenvorfall passiert und wie tief das Gewebe in den Rückenmarkskanal eindringt, entstehen dann die mehr oder minder ausgeprägten Schmerzen und Lähmungserscheinungen.

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