Was versteht man beim Bandscheibenvorfall unter Chemonukleolyse?

Die Chemonukleolyse ist ein spezielles Therapieverfahren. Dabei wird der zähflüssige Kern der Bandscheibe erst chemisch aufgelöst und dann über eine Kanüle abgesaugt.

Etwas genauer gesagt wird Chymopapain in den Gallertkern der Bandscheibe gespritzt. Dieses etwas niedlich klingende Enzym zersetzt den weichen Gallertkern, so dass man das verflüssigte Material kurze Zeit später absaugen kann. Damit soll verhindert werden, dass der Gallertkern aus der brüchigen Bandscheibe austritt und noch intensiver auf die umgebenden Nervenbahnen drückt.

Verfahren nicht risikolos

Das das Enzym nicht nur den Kern zersetzt, sondern im Zweifel auch Nervengewebe, ist das Verfahren nicht ganz risikolos. Mit der eingeführten Kanüle muss das Innere der Bandscheibe exakt getroffen werden. Und es muss sichergestellt sein, dass der Faserring der Bandscheibe noch intakt ist, dass also nichts von dem Enzym nach außen dringt. Wegen dieser Haarigkeiten wird die Methode eher selten eingesetzt.

Der für Ärzte typisch zungenbrecherische Begriff Chemonukleolyse erklärt sich durch

  • Chemo = chemisch/enzymatisch
  • Nukleo = Kern
  • Lyse = Auflösung

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