Findet eine Operation wegen Bandscheibenvorfall unter Vollnarkose statt?

Das hängt von dem Operationsverfahren ab. Neuerdings wird immer häufiger versucht, einen Bandscheibenvorfall "minimalinvasiv" zu operieren (wenn denn überhaupt operiert werden soll, was auch immer seltener der Fall ist). Davon unterscheiden muss man die herkömmliche, offene Operation. Nur im letzteren Fall ist eine Vollnarkose notwendig.

Minimalinvasiv bedeutet, dass die Operationsgeräte durch einen ganz kleinen Hautschnitt eingeführt werden. Es entsteht also praktisch keine Operationswunde. Handelt es sich um einen unkomplizierten Bandscheibenvorfall, werden damit gute Erfolge erzielt. Der Eingriff kann meist ambulant erfolgen, man kann also direkt wieder nach Hause. Wenn doch ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist, dauert dieser nur ein paar Tage.

Nicht möglich sind diese minimalinvasiven Verfahren, wenn der Bandscheibenvorfall schon länger besteht, wenn mehrere Nervenwurzeln geschädigt sind oder andere Komplikationen bestehen oder wenn bereits eine vorherige Operation stattgefunden hat. Dann hilft nur eine offene Operation, da der Eingriff durch die "Schlüssellochtechnik" zu kompliziert bzw. gar nicht möglich wäre. Auch der Krankenhausaufenthalt ist dann zwingend und vor allem auch länger.

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