Wozu dient die Rückenschule?

Durch die Rückenschule sollen Sie selbst zum Experten für Ihre eigene Gesundheit werden. Sie lernen, Rückenschmerzen als Signal Ihres Körpers einzuordnen und entsprechend darauf zu reagieren.

Im Grunde geht es bei der Rückenschule darum, die "Rückengesundheit" zu fördern und chronische Rückenschmerzen zu vermeiden. Sie dient also in erster Linie der Prävention (Vorbeugung von Krankheiten) und setzt gewissermaßen schon an, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Körper, Psyche und soziales Umfeld

Auch wenn es verschiedene Arten von Rückenschulen gibt, die sich inhaltlich und konzeptionell unterscheiden, basieren sie doch alle auf demselben Modell, das etwas umständlich "bio-psycho-sozial" genannt wird. Es besagt, dass Krankheiten bzw. körperliche und/oder seelische Beschwerden ganz allgemein auf drei Säulen beruhen:

  • biologisch: genetische Veranlagung, krankhafte Veränderungen
  • psychogisch: Prägung, Erziehung, Lebensereignisse, aber auch eigene Problemlösekompetenz und Selbstwirksamkeit
  • sozial: Herkunft, soziales Netz, Bildung, Einkommen, Gesundheitssystem

Lernen, sich selbst zu helfen

Hieran sehen Sie schon, dass die Rückenschule weit mehr umfasst als nur ein paar gymnastische Übungen zur Stärkung der Muskulatur. Es geht vielmehr darum, dass Sie Ihre eigenen körperlichen, aber auch psychosozialen Ressourcen erkennen und stärken, Risikofaktoren und schädliches Verhalten vermeiden und ein Gefühl dafür bekommen, was Ihnen guttut. Natürlich lernen Sie auch konkret, wie Sie Ihren Rücken aktiv trainieren und stärken können. Darüber hinaus sollen Sie aber grundsätzlich sensibilisiert werden, auf sich und Ihren Körper zu achten und sich gesundheitsbewusst zu verhalten, wie es so schön heißt.

Zusammengefasst hat die Rückenschule folgende Ziele:

  • Stärkung der körperlichen und psychosozialen Gesundheitsressourcen
  • Erkennen und Verhindern von Risikofaktoren
  • Aufbau von gesundheitsorientierter Aktivität
  • Erlernen haltungs- und bewegungsförderlicher Strategien

Rückenschmerzen als Signal des Körpers

Das kommt Ihnen alles etwas weit hergeholt und übertrieben vor? Tatsächlich spielen bei der Entstehung von Rückenschmerzen sowie im weiteren Verlauf all die oben genannten Faktoren eine wichtige Rolle. So weiß man aus Untersuchungen, dass der Sozialstatus und die Arbeitsbedingungen, aber auch die eigenen Einstellungen, Prinzipien und Erwartungen und natürlich auch der Lebensstil (Rauchen, Übergewicht, Alkohol) mit darüber entscheiden, wer Rückenschmerzen bekommt und wie schnell er sie wieder loswird.

Es lohnt sich daher durchaus, einmal einen übergeordneten Blick auf sich und die eigenen Lebensverhältnisse zu werfen. Vielleicht können Sie Ihren Rücken als Alarmsignal dafür sehen, dass es genau dafür Zeit wird.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

Anzeigen