Rückenschmerz: Auch die Stimmung spielt eine Rolle

Rückenschmerzen bekommt fast jeder einmal. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 60 und 90% der Menschen mindestens einmal im Leben an einer Form von Rückenschmerz leiden. Allerdings sind es häufig nicht körperliche sondern psychische Probleme, die Rückenschmerzen zu einer dauerhaften Belastung werden lassen.

Dabei sind es vor allem eine hohe Arbeitsbelastung und Depressionen, die sich so negativ auf die Befindlichkeit des Rückens auswirken. Der australische Wissenschaftler Prof. Markus Melloh hat bei Rückenschmerz-Patienten Faktoren identifiziert, die das Risiko für chronische Rückenschmerzen erhöhen oder vermindern. Ein halbes Jahr nach Behandlungsbeginn zeigte sich, dass besonders solche Menschen anfällig für Rückenschmerzen sind, die sich am Arbeitsplatz nicht wohlfühlen. Der Stress und die Unzufriedenheit beim Job lassen die Rückenschmerzen zu einem ständigen Begleiter werden.

Schlechte Stimmung schadet auch dem Rücken

Und Melloh stellte noch etwas anderes fest: Depressionen – und in geringerem Ausmaß auch das ständige Grübeln und Wiederkäuen eines Problems sowie das Magnifizieren (geistiges Aufblähen eines Problems) – beeinflussen den Genesungsprozess negativ. Während sich bei den Patienten mit Rückenschmerzen, aber ohne Depressionen, bereits sechs Wochen nach Behandlungsbeginn deutliche Verbesserungen einstellten, erwiesen sich die Rückenprobleme bei den depressiven Patienten als besonders hartnäckig.

WANC 25.05.2012
Quelle: 13. Kongress der European Federation of National Associations of Orthopaedics and Traumatology

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