Stress geht auch auf den Rücken

Psychische Belastungen können auf den Rücken schlagen. Arbeitsmediziner betonen, dass vor allem Stress nicht nur Herz und Kreislauf, sondern eben auch den Rücken belasten kann.

Arbeitsmediziner Dr. Jens Petersen erklärt, auf welche Weise Stress zu Rückenschmerzen führen kann: Bei psychischer Belastung werden Stresshormone ausgeschüttet, die die Aktivität der Muskeln ansteigen lassen. Lässt die Hektik keine Zeit für Erholung, kann sich auch die Rückenmuskulatur nicht entspannen. Die dauernde Anspannung führt dann zu Schmerzen in den Rückenmuskeln, die schließlich chronisch werden können.

Petersen tritt den Beweis durch das Gegenbeispiel an: Beschäftigte, die mit Arbeit und Arbeitsklima zufrieden sind, fühlen sich weniger gestresst. Und sie klagen weit seltener über Rückenschmerzen.

Bei schlechter Stimmung häufiger chronische Rückenschmerzen

Schon 2001 hat eine Konferenz der Weltgesundheitsorganisation WHO aufgezeigt, wie eng der Zusammenhang zwischen Schmerzen und Stress ist. In der Regel kommen und gehen Rückenschmerzen. Doch bei 35% der Betroffenen entstehen irgendwann chronische Rückenschmerzen. Auf der WHO-Konferenz betonten Experten, dass der Übergang von akuten zu chronischen Rückenschmerzen von psychologischen Risikofaktoren entscheidend beeinflusst wird. Dazu gehören beispielsweise eine depressive Stimmungslage, anhaltende Alltagsbelastungen in Beruf oder Familie sowie eine ungünstige Schmerzbewältigung.

Außerdem gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass Patienten mit einem Bandscheibenvorfall häufiger chronische Schmerzen bekommen und seltener an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, wenn sie depressiv verstimmt sind.

WANC 23.03.2012
Quelle: Gesetzliche Unfallversicherung VBG, Ruhr-Universität Bochum

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Stress und Burnout-Syndrom finden Sie unter

Navigator-Medizin.de/Stress_Überlastung_Burnout

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