Blockierung: Ursachen und Diagnose

Die Annahmen über die Ursachen von Blockierungen beruhen auf Erfahrungen, sind wissenschaftlich aber nicht belegt.

Blockierungen werden teilweise als Folge einer einmaligen „falschen“ Bewegung, als Folge einer statischen Fehlbelastung eines Gelenkes infolge struktureller (z. B. Wirbelasymmetrie oder Fußdeformität) oder funktioneller (z. B. muskuläre Störungen oder Bandinsuffizienz) Defizite und/oder als Störung im nervös-reflektorischen Regelkreis des zugehörigen Segmentes (z. B. Myotom, Dermatom) angesehen.

Häufig treten sie aber spontan (ohne erkennbare Ursache) und asymptomatisch (ohne erkennbare Beschwerden) auf und lösen sich oft bei Alltagsbewegungen von selbst. Sie können auch lebensbedrohliche internistische Krankheitsbilder simulieren. In der Sportmedizin sind sie differenzialdiagnostisch bei Schmerzen abzuklären.

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich auf die 3-Schritt-Diagnostik. Dabei wird im ersten Schritt palpatorisch festgestellt, ob ein Gelenk frei oder vermindert beweglich ist (sogenannte Hypomobilität). Im zweiten wird dann der segmentale Irritationspunkt (also die oben beschriebene tastbare Tonusveränderungen der autochthonen Rückenmuskulatur) aufgesucht.

Diese ist auch vorhanden bei primärer und sekundärer Hyperalgesie als Ursache einer Dysfunktion im zugehörigen Segment, also auch bei Veränderungen, die nicht zu den reversiblen Hypomobilitäten gezählt werden.

Daher wird erst im dritten Schritt, durch das palpatorische Erkennen der „freien“ Richtung (Muskeltonusreduzierung bei Bewegen des Gelenkes in die schmerzfreie Richtung), die Diagnose „Blockierung“ und damit die Indikation zur entsprechenden Behandlung, z. B. dem Lösen der Blockierung, gestellt. Die Diagnose Blockierung fordert einen positiven Befund in jedem der drei Schritte der Untersuchung.

Die diagnostischen Methoden, die zur Erkennung von Blockierungen durchgeführt werden, sind nicht zuverlässig. Unterschiedliche Untersucher kommen bei den gleichen Patienten zu unterschiedlichen Ergebnissen. Da keine zuverlässigen Tests zur Diagnose von Blockierungen existieren, ist deren Existenz hypothetisch.

Die für Kassenärzte in Deutschland von der KBV vorgeschriebene Dokumentation einer Blockierung an der Wirbelsäule umfasst Angaben zu deren Segmenthöhe, Blockierungsrichtung, der muskulären reflektorischen Fixierung sowie den vegetativen und neurologischen Begleiterscheinungen.

Bildgebende Verfahren

Bis heute kann ein hypomobiles Bewegungssegment der Wirbelsäule lediglich manualmedizinisch (durch Palpation) und nicht bildgebend erfasst werden. Bislang gibt es nur wenige Studien, die sich mit dieser Thematik beschäftigen.

Vor einer Manipulation ist eine Röntgenaufnahme des zu behandelnden Wirbelsäulenabschnittes notwendig. Damit können z. B. knöcherne Verletzungen oder auch Tumoren ausgeschlossen werden, bei denen eine Manipulationsbehandlung grundsätzlich kontraindiziert ist, weil sie in diesen Fällen zu schweren Komplikationen führen kann.


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