Ist Wärme oder Kälte besser bei Rheuma?

Einige Patienten mit rheumatischer Arthritis und leichteren Beschwerden empfinden milde Wärme, z.B. in Form von erwärmten Kirschkernkissen oder Rotlicht, als angenehm. Wärme kann auch die Beweglichkeit der Gelenke verbessern.

Empfohlen werden von Rheumatologen aber auch und gerade Kälteanwendungen. Wenn die Temperatur des betreffenden Gelenks einige Zeit abfällt, hemmt das die Entzündung. Für die richtige Dauer der Kühlung gilt: Je weiter das Gelenk von der Körpermitte entfernt ist, umso kürzer sollte die Kälteanwendung dauern. Richtig ist die Kältetherapie, wenn sich das Gelenk auch 10 bis 20 Minuten danach noch kühl anfühlt.

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Kommentare (3)
Rheuma
3 Samstag, den 25. November 2017 um 09:53 Uhr
Stefan Mehler Regacell
Infrarot-Strahlung lindert Rheumaschmerzen
Die Begriffe Rheuma oder Rheumatismus gelten als ein Synonym für alle Beschwerden oder Schmerzen am Stütz- und Bewegungsapparat. Die Beschwerden können dabei von unterschiedlichen Krankheiten ausgelöst werden (Dunky und Geringer 2012). Hierzu zählen beispielsweise entzündliche Gelenkerkrankungen wie Arthritis, degenerative Gelenkerkrankungen wie Arthrosen, Weichteilrheumatismus oder erbliche Bindegewebserkrankungen. Vertiefende Informationen finden sich hierzu im Lehrbuch „Praktische Rheumatologie“ (Dunky et al. 2012).

Rheumaschmerzen können mit Wärme gelindert werden.
Wärmezufuhr führt zu einer Gefäßerweiterung mit Zunahme der Durchblutung und Stoffwechselaktivität. Durch Reduktion toxischer Zellmetaboliten ist eine Verminderung von Schmerzen und Entzündungsreaktionen möglich. Schmerzhafte Muskelspasmen werden reduziert, der Muskeltonus herabgesetzt und die Schmerzleitung vermindert (Berliner 1999). Indikationen einer Wärmetherapie sind insbesondere Muskelschmerzen, von der Wirbelsäule ausgehende Rückenschmerzen und pathologische Veränderungen der Gelenke (Singer 2012). Allerdings darf eine Wärmetherapie bei akuten Schüben der Erkrankung, Herz-Kreislaufproblemen oder schlechtem Allgemeinzustand nicht angewendet werden (Ammer und Ulreich 2012).
In klinischen Studien wurden folgende rheumatische Erkrankungen erfolgreich mit einer auf Infrarotstrahlung basierenden Wärmetherapie behandelt: Fibromyalgiesyndrom (Matsushita et al. 2008, Romeyke et al. 2015), rheumatoide Arthritis (RA) und ankylosierende Spondylitis (Morbus Bechterew) (Oosterveld et al. 2009).
Die ersten derartigen -- auch für den Hausgebrauch verwenbaren -- in Europa als medizinische Geräte zugelassenen Amethyst Wärmematten sind von Regacell®. Matten ohne EU Medical Devices Directive 93/42/EEC Zertifikat sind bestenfalls Fitnessmatten und können daher auch nicht von Therapeuten beim Gesundheitsamt als medizinisches Gerät angemeldet werden. Achten Sie bitte beim Kauf auf diesen kleinen aber feinen Unterschied!

Literatur:
Ammer K, Ulreich A (2012) Thermotherapie einschließlich Hydro- und Kryotherapie. In: Dunky A (ed) Praktische Rheumatologie, 5., aktualisierte und erw. Aufl. Springer, Wien, pp 735–739
Berliner MN (1999) Thermotherapie bei rheumatischen Erkrankungen. Zeitschrift für ärztliche Fortbildung und Qualitätssicherung 93(5): 331–334
Dunky A, Geringer E-M (2012) Historisches zum Begriff „Rheuma“. In: Dunky A (ed) Praktische Rheumatologie, 5., aktualisierte und erw. Aufl. Springer, Wien, pp 3–8
Matsushita K, Masuda A, Tei C (2008) Efficacy of Waon therapy for fibromyalgia. Internal medicine (Tokyo, Japan) 47(16): 1473–1476
Oosterveld FGJ, Rasker JJ, Floors M, Landkroon R, van Rennes B, Zwijnenberg J, van de Laar MAFJ, Koel GJ (2009) Infrared sauna in patients with rheumatoid arthritis and ankylosing spondylitis. A pilot study showing good tolerance, short-term improvement of pain and stiffness, and a trend towards long-term beneficial effects. Clinical rheumatology 28(1): 29–34
Romeyke T, Scheuer HC, Stummer H (2015) Fibromyalgia with severe forms of progression in a multidisciplinary therapy setting with emphasis on hyperthermia therapy – a prospective controlled study. Clinical Interventions in Aging 10: 69–79
Singer F (2012) Salben, Linimente, Gele, Peloide und andere äußerlich anzuwendende Substanzen. In: Dunky A (ed) Praktische Rheumatologie, 5., aktualisierte und erw. Aufl. Springer, Wien, pp 708–711
Dter
2 Freitag, den 15. Januar 2016 um 20:43 Uhr
Georg
Bei mir ist die Wärme sehr gut, wenn ich Kälte bekomme, habe ich am nächsten Tag große Schmerzen
Rheuma
1 Mittwoch, den 18. Februar 2015 um 00:14 Uhr
angela
bei mir ist Kälte angenehmer als Wärme
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