Kann eine Mittelmeer-Diät bei Rheuma helfen?

Unter einer Mittelmeer-Diät versteht man eine Ernährung ähnlich der, wie sie auf griechischen Inseln üblich war und ist. Viel Fisch, wenig Fleisch, viel Gemüse, Salate und Obst sowie Olivenöl sind einige wesentliche Bestandteile, die auch bei Rheumatoider Arthritis günstig sind.

Es ist schwer, konkrete Vorgaben zur richtigen Ernährung bei entzündlichen Gelenkerkrankungen zu machen. Viele Studien dazu sind qualitativ unzureichend und in ihrer Aussagekraft begrenzt. Außerdem weiß man schlicht noch zu wenig über die Hintergründe der Erkrankung, den genauen Entstehungsmechanismus und die Mitwirkung der unterschiedlichsten Faktoren und Einflüsse bei Entstehung und Verlauf einer Rheumatoiden Arthritis.

Die mediterrane Lebensart

In manchen Punkten sind sich Ärzte und Ernährungsexperten aber durchaus einig, was eine allgemein gesunde und ausgewogene Kost anbelangt. Dabei sticht immer wieder eine bestimmte Form der Ernährung und Lebensweise heraus, die sich anderen gegenüber auszeichnet: die sogenannte mediterrane Diät.

Während sind die Essgewohnheiten heutzutage in der gesamten westlichen Welt auf sinkendem qualitativen Niveau befinden, hob sich die Ernährung im Mittelmeerraum zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch positiv hervor. Sie bestand aus viel frischem Gemüse und Obst, reichlich Fisch und anderen Meerestieren sowie vorwiegend Vollkornprodukten. Rotes Fleisch und Milchprodukte wurden eher in Maßen genossen, dafür umso mehr wertvolle Öle verwendet, allen voran Olivenöl.

Zum Süßen griff man hauptsächlich auf Honig und getrocknete Früchte zurück. Ein Gläschen Rotwein rundete das Ganze nicht nur geschmacklich ab, sondern sorgte auch für Geselligkeit, Genuss und Lebensfreude.

Wurzel vieler Übel: Entzündungen

Das ist natürlich auch heute noch der Fall. Aber bei der ständigen Verfügbarkeit sämtlicher Produkte neigen wir in vielen Bereichen zum Übermaß. Die allgegenwärtige Zeitnot und praktische Fertiggerichte zum Aufwärmen tun ihr übriges, um eine hochwertige und frische Kost zu konterkarieren.

Aber was zeichnet die klassische Mittelmeer-Diät eigentlich aus? Genau kann das niemand sagen. Es wurde jedoch nachgewiesen, dass sie für den gesamten Stoffwechsel förderlich ist und sich damit vor allem Erkrankungen des Herz-Gefäß-Systems günstig beeinflussen lassen. Ob sie sich auch auf die Rheumatoide Arthritis direkt auswirkt, ist unklar.

Der oben genannte Mix aus gesunden, frischen Nahrungsmitteln scheint jedenfalls entzündlichen Prozessen im Körper entgegenzuwirken. Entzündungen an sich sind nichts Schlechtes; der Körper braucht sie, um sich vor Eindringlingen und schädlichen äußeren Einflüssen zu schützen. Manchmal gerät das Geschehen aber außer Kontrolle und richtet mehr Schaden als Nutzen an – z.B. bei der Rheumatoiden Arthritis.

Reich an Omega 3: Fisch und Öle

Vor allem die Kombination aus Fisch und wertvollen pflanzlichen Ölen kann die überschießenden Abwehrreaktionen des Immunsystems wieder ins Gleichgewicht bringen. Denn sie enthält bestimmte Fettsäuren, die der Entzündung entgegenwirken und einzelne Botenstoffe bremsen. Vor allem sogenannte Omega-3-Fettsäuren gelten als wirksame Entzündungshemmer.

Übrigens: Zu einer Diät im weiteren Sinne (in der Antike stand der Begriff für die gesamte Lebensweise) gehören neben der Ernährung auch noch andere Aspekte wie körperliche Bewegung, aber auch Entspannung und Ruhepausen. Nicht zuletzt spielen Genuss und Lebensfreude eine wichtige Rolle, gerade beim Umgang mit chronischen Erkrankungen. Auch hier sind die Bewohner der Mittelmeerregionen gute Vorbilder.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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