Wie wirkt Etanercept gegen Rheuma?

Etanercept (Handelsname: Enbrel®) wirkt gegen die innere Entzündungsreaktion, die die rheumatischen Beschwerden verursacht. Es handelt sich um ein gentechnologisch hergestelltes  Protein, das den körpereigenen Botenstoff Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) blockiert. Und TNF ist maßgeblich an der Entzündungsreaktion bei Rheuma beteiligt.

Gegen entzündliches Rheuma und Morbus Bechterew

Etanercept ist damit ein Medikament gegen das klassische, entzündliche Rheuma (rheumatoide Arthritis). Aber auch bei Morbus Bechterew und selbst bei Schuppenflechte ist das Medikament eine Option.

Der Wirkmechanismus von Etanercept ist dabei durchaus kompliziert. Vereinfacht gesagt imitiert Etanercept die Rezeptoren, an die der Tumor-Nekrose-Faktor normalerweise bindet. TNF bindet sich also fälschlicherweise an das Medikament und kann dann seine eigentlichen, entzündungsaktivierenden Effekte über die Rezeptoren nicht mehr ausüben.

Imitation eines Rezeptors

Damit unterscheidet sich Etanercept von anderen TNF-Blockern wie Adalimumab (Humira®), die als gentechnisch hergestellte Antikörper den Tumor-Nekrose-Faktor direkt attackieren. Der Effekt ist aber ähnlich: Der Entzündungsreiz im Körper wird unterdrückt, die rheumatischen Beschwerden werden gelindert. Auf der Kehrseite steht ein stark beeinträchtigtes Immunsystem. Vor allem wegen der teilweise erheblichen Nebenwirkungen und noch unzureichender Langzeiterfahrungen ist Etanercept derzeit eher dann eine Option, wenn erprobtere Medikamente die Beschwerden nicht ausreichend lindern.

Bemerkenswert ist übrigens, was sich hinter der Bezeichnung "gentechnologische Herstellung" verbirgt. Etanercept wird von isolierten Eierstock-Zellen des chinesischen Hamsters produziert, in die menschliche DNA gespritzt wurde.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (1)
Polyarthritis
1 Mittwoch, den 23. Dezember 2015 um 14:31 Uhr
Aysun yildirim
Hallo,
ich nehme seit 10 Jahren jede Woche Enbrel 50mg und am Anfang musste ich Cortison, Arava nehmen. Seit einem Jahr nehme ich nur Enbrel jede 2. Woche. Bisher, Gott sei Dank, habe ich keine Nebenwirkung, die Blutwerte sehen immer top aus. Habe aber allerdings Angst, dass es später auftreten kann. Aber leider hilft nur dieses Medikament. Meine beiden Knie werden immer dick und schmerzen später, wenn ich es nicht einnehme.
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