Welche Nebenwirkungen können unter Adalimumab (Humira) auftreten?

Adalimumab (im Handel unter dem Namen Humira®) ist ein sehr starker Entzündungshemmer. Der Wirkstoff legt, etwas vereinfacht gesagt, das Immunsystem lahm. Damit lindert Adalimumab bei entzündlichem Rheuma die Beschwerden. Zugleich führt die starke Immunblockade aber auch zu einer ganzen Reihe möglicher Nebenwirkungen.

Ein Großteil der bekannten Nebenwirkungen geht darauf zurück, dass Adalimumab die Abwehrkraft des Körpers reduziert. Dazu zählen:

  • vermehrte Atemwegsinfekte, von Erkältungen über Bronchitis bis hin zur Lungenentzündung
  • vermehrte Virusinfektionen (Herpes & Co)
  • vermehrte Blasenentzündungen
  • vermehrte Pilzinfektionen

Weitere häufige Nebenwirkungen sind u.a.:

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  • Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle der Spritze (Adalimumab muss in der Regel alle zwei Wochen gespritzt werden)
  • Schwindel und Benommenheit
  • Kopfschmerzen
  • Missempfindungen der Nerven oder an der Haut
  • Magen-Darm-Beschwerden (Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall)
  • Hautausschlag
  • Gliederschmerzen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Eine vollständige Liste aller jemals dokumentierten Nebenwirkungen finden Sie im Beipackzettel. Aufgrund der zahlreichen und teilweise schweren möglichen Nebenwirkungen und aufgrund der noch begrenzten Langzeiterfahrung mit dem Medikament wird Adalimumab derzeit nur eingesetzt, wenn mit anderen Medikamenten keine ausreichende Beschwerdelinderung erreicht wird.

Zur Erläuterung: Adalimumab blockiert den Tumor-Nekrose-Faktor, einen Entzündungs-Botenstoff im Körper. Damit können die rheumatischen Beschwerden, die ja auch entzündlicher Natur sind, gelindert werden.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (1)
Humira
1 Dienstag, den 18. Dezember 2018 um 14:27 Uhr
Gloria
Ich habe im August 2018 das erste Mal Humira 40 mg gespritzt, und kurze Zeit später waren die Schmerzen deutlich geringer. Bis zum 2.11. spritzte ich alle 14 Tage. Am 13.12. hat mir der Arzt wieder Humira verordnet. Nun habe ich seit der 1. Spritze (14.12.) heftige Gelenk-und Kopfschmerzen. Der Apotheker sagt, ich vertrage die Spritzen nicht. Ich weiß, dass die ersten 6 Spritzen von "Abakus" waren, die 2. Staffel dagegen von einer anderen Firma. Ich habe Lungensarkoidose und COPD. Bei den ersten 6 Spritzen alles bestens - und plötzlich dies? Weiß jemand Rat? Seit Oktober 2018 besteht für Humira kein Patentschutz mehr. Sollte der andere Anbieter eine andere Zusammensetzung nehmen? Ich bin Laie und habe von Medizin herzlich wenig Ahnung. Vielleicht hat jemand einen Tipp für mich. Danke schon mal und eine schöne Adventszeit.
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