Wie wirkt Adalimumab gegen Rheuma?

Adalimumab ist ein sogenannter TNF-Blocker. Das Medikament blockiert den Tumor-Nekrose-Faktor, einen Signalstoff des Immunsystems, der bei entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma oft stark erhöht ist. Im Handel ist Adalimumab unter dem Markennamen Humira®.

Antikörper gegen den Entzündungsreiz

Chemisch handelt es sich bei Adalimumab um einen künstlich hergestellten menschlichen Antikörper. Er bindet hochspezifisch an den Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) und kann diesen Entzündungsstoff im Körper neutralisieren. TNF wiederum wird vom Körper immer dann vermehrt gebildet, wenn Immunprozesse aktiv sind. Wenn also etwas abgewehrt werden soll. Auch bei Rheuma ist TNF aktiv, in diesem Fall fälschlicherweise, weil körpereigene Gewebestrukturen als feindlich gedeutet und angegriffen werden.

Wird bei einer rheumatischen Erkrankung also der Tumor-Nekrose-Faktor mit dem Antikörper gehemmt, geht auch die Entzündung zurück. Adalimumab kann bei schwerem Rheuma nachweislich die Beschwerden lindern, außerdem wird das Fortschreiten der Erkrankung gebremst.

Allerdings ist die Unterdrückung des Entzündungsreizes so stark, dass das gesamte Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Abwehrkraft nimmt ab, die Infektionsgefahr nimmt zu. Deshalb unter anderem sind TNF-Blocker wie Adalimumab nur dann eine Option, wenn die rheumatischen Beschwerden sehr ausgeprägt sind und andere Medikamente keinen befriedigenden Erfolg erzielen. Adalimumab wird dann in der Regel in Kombination mit dem ebenfalls entzündungshemmenden Wirkstoff Methotrexat angewendet.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Alle Fragen und Antworten dazu finden Sie hier:
Adalimumab (Humira): Wirkung und Nebenwirkungen

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