Wie wirken TNF-Blocker gegen Rheuma?

TNF-Blocker sind Medikamente, die im Körper den Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) hemmen. Das ist ein Botenstoff des Immunsystems, der bei Entzündungsreaktionen wie Rheuma vermehrt auftritt. Wird TNF blockiert, werden damit auch die entzündlichen Prozesse zurückgedrängt, die für das Rheuma und die Gelenkbeschwerden verantwortlich sind.

Speziell entwickelte Antikörper

TNF-Blocker sind sehr moderne Medikamente, sogenannte Biologika. Es handelt sich um künstlich hergestellte Antikörper, die sich im Körper spezifisch an den Tumor-Nekrose-Faktor binden und ihn blockieren. Die wichtigsten Vertreter in der Rheumatherapie sind derzeit

  • Adalimumab (Humira®)
  • Ertolizumab (Cimzia®)
  • Etanercept (Enbrel®)
  • Golimumab (Simponi®)
  • Infliximab (Remicade®)

Alle TNF-Blocker müssen gespritzt werden. Sie führen zu einer sehr starken Unterdrückung des körpereigenen Immunsystems. Das wirkt sich zwar in Bezug auf die rheumatischen Beschwerden meist positiv aus, hat aber auch eine Reihe an Nebenwirkungen. Unter anderem nimmt die Infektionsgefahr aufgrund der stark geschwächten Abwehrkraft deutlich zu. Deshalb, und wegen noch recht geringer Langzeiterfahrungen, sind diese Medikamente bisher (Stand: 2014) Mittel der zweiten Wahl, die erst dann verordnet werden, wenn bewährtere Medikamente nicht ausreichend wirken.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Anzeigen