Welche Nebenwirkungen kann Methotrexat verursachen?

Das Wissen darüber, dass Methotrexat nicht nur bei Rheuma, sondern auch als Chemotherapie gegen Krebs eingesetzt wird, führt manchmal zu Verunsicherung bezüglich der möglichen Nebenwirkungen. Die lange Liste an Nebenwirkungen im Beipackzettel ist sicher auch nicht gerade ermutigend. Dennoch gilt Methotrexat heute als eines der sichersten und am häufigsten verabreichten Medikamente zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen. Es lindert die Symptome und kann auch den Fortschritt der Erkrankung verlangsamen.

Ein Medikament mit langer Geschichte

Methotrexat wurde bereits in den 1940er Jahren zur Behandlung von Krebs entwickelt. Nach einer Veröffentlichung im Jahr 1985, in der berichtet wurde, dass Methotrexat auch bei Rheuma helfen kann, wurde es einige Jahre später zur Behandlung von Rheumapatienten eingesetzt. Im Gegensatz zu Patienten mit Krebs, wird Methotrexat bei Rheumapatienten allerdings in wesentlich niedrigerer Dosierung eingesetzt.

Während seiner langjährigen Verwendung wurden zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, die eine gute Verträglichkeit zeigen konnten. Heute wird Methotrexat von Rheumatologen weltweit als eines der ersten Medikamente direkt nach Diagnosestellung verschrieben.

Mögliche Nebenwirkungen

Trotz dieser Erfolgsgeschichte gilt Methotrexat natürlich nicht als risikolos. Eine Studie aus dem Jahr 2009 hat gezeigt, dass etwa 70% der Rheumapatienten, die dieses Medikament einnahmen, mit mindestens einer Nebenwirkung zu tun hatten.

Am häufigsten kann Methotrexat Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Haarverlust und Hautausschlag verursachen. Viel seltener kann man Auswirkungen auf die Blutbildung, die Lungen- und die Leberfunktion beobachten, weshalb bei Einnahme dieses Medikaments in regelmäßigen Abständen auf jeden Fall Blutkontrollen durchgeführt werden sollten.

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Da Methotrexat das Immunsystem beeinflusst, wird man auch anfälliger für Infektionen. Vorsicht sollte daher beim Kontakt zu Personen geboten sein, die an einer schweren Infektion leiden, wie z.B. bei Windpocken oder einer Gürtelrose.

Falls Sie eines der oben genannten Symptome oder eines der folgenden bei sich beobachten, sollte der behandelnde Arzt umgehend benachrichtigt werden: Halsschmerzen, Schüttelfrost, Fieber, ungewöhnliche Blutergüsse oder Blutungen, starke Müdigkeit, Sehstörungen, Schwindel, Krämpfe, Kurzatmigkeit, gelbliche Verfärbung der Haut oder der Augen. Auch andere Symptome, die Sie bei sich entdecken, sollten Sie auf jeden Fall Ihrem Arzt melden.

Methotrexat und Schwangerschaft

Methotrexat sollte nicht eingenommen werden, wenn Sie schwanger werden möchten, schwanger sind oder stillen. Die Einnahme kann zu Fruchtbarkeitsstörungen und Fehlbildungen des Kindes führen. Bei einem Kinderwunsch sollte auch beachtet werden, dass beim männlichen Partner Methotrexat Missbildungen und Veränderungen der Spermien verursachen kann.

Tipps zur besseren Verträglichkeit

In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass Methotrexat bei gleichzeitiger Gabe von Folsäure wesentlich besser vertragen wird. Wann und wie viel Sie einnehmen, sollten Sie am besten mit Ihrem Arzt besprechen.

Da die Leber bei Einnahme von Methotrexat beansprucht wird, wird Ihnen Ihr Arzt auch vermutlich empfehlen, bei Alkohol besonders vorsichtig zu sein und die Einnahme auf ein Minimum zu reduzieren, um Leberschäden zu vermeiden.

Regelmäßige Blutkontrollen sind ebenfalls sehr wichtig, um beispielsweise bei Änderungen der weißen Blutkörperchen oder der Blutplättchen rechtzeitig eingreifen zu können.

Wenn Sie Methotrexat als Tabletten einnehmen und dabei mit starken Magen-Darm-Beschwerden zu kämpfen haben, kann es auch helfen, wenn Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob man die Tabletten nicht auf den Tag verteilen kann, statt sie in einer einzigen Dosis einzunehmen. Außerdem kann es helfen, Methotrexat anstatt als Tablette auch als Spritze verabreicht zu bekommen. Dies mag zwar für viele keine angenehme Alternative sein, kann den Magen und Darm aber erheblich entlasten.

Zuletzt gilt es, wie bei allen Medikamenten, jegliche Vorerkrankungen und Medikamente, die Sie noch zusätzlich einnehmen, mit Ihrem Arzt genau zu besprechen, um das Risiko für Neben- und Wechselwirkungen zu minimieren.

Autorin: Dr. Julia Spengler

Alle Fragen und Antworten dazu finden Sie hier:
Methotrexat: Wirkung und Nebenwirkungen

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