Was ist der Rheumafaktor?

Beim Rheumafaktor handelt es sich um eine Gruppe von spezifischen Antikörpern, die bei rheumatischen Erkrankungen häufig im Blut nachweisbar sind. Man müsste also eigentlich in Pluralform von den Rheumafaktoren sprechen, aber auch in der Medizin weicht man ungern von altbekannten Gewohnheiten ab.

Bei den Rheumafaktoren handelt es sich um sogenannte Autoantikörper. Also um solche, die sich fälschlicherweise gegen gesundes Körpergewebe richten, und nicht, wie es eigentlich sein soll, gegen Fremdlinge. Wer es noch genauer wissen will: Die Rheumafaktoren richten sich gegen ein Fragment der G-Immunglobuline (IgG). Das sind körpereigene Abwehrspezialisten im Blut.

Keine Beweiskraft

Ist Rheuma also über einen Bluttest nachweisbar? Nein, leider nicht. Denn auch wenn die Rheumafaktoren bei Vorliegen einer rheumatischen Erkrankung deutlich häufiger im Blut auftauchen als normalerweise: Sie können auch fehlen. Trotz Rheuma. Oder, um die Verwirrung komplett zu machen: Sie können auch im Blut herumschwirren, ohne dass man Rheuma hat. Bei 5% aller Menschen ist das der Fall, und bei den über 60jährigen sogar bei rund 10%.

Der Rheumafaktor, um jetzt mal beim bekannten Begriff zu bleiben, hat also keinerlei Beweiskraft. Er kann den Hinweis auf Rheuma nur verdichten. Tritt er parallel zu gehäuften Gelenkschwellungen (ohne Verletzung), steifen Gliedern am Morgen und weiteren Rheuma-Symptomen (Fieber, Abgeschlagenheit u.a.) auf, ist das Vorliegen von Rheuma sehr wahrscheinlich.

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