Welche Medikamente helfen im akuten Gichtanfall?

Da ein Gichtanfall mit sehr plötzlich auftretenden und extrem heftigen Scherzen verbunden ist, ist unmittelbare Hilfe vonnöten. Die gute Nachricht: Es stehen einige schnell wirksame Medikamente zur Verfügung, die rasch Linderung verschaffen.

Besserung innerhalb von einer Stunde

Grundsätzlich sollte die akute Gicht möglichst frühzeitig, am besten innerhalb von 12 bis 24 Stunden nach Einsetzen der Beschwerden, bis zum Abklingen der Symptome mit Medikamenten behandelt werden. Es stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung.

Gegen den akuten Schmerz werden zumeist Medikamente aus der Gruppe der sogenannten NSARs (nichtsteroidale Antirheumatika) eingesetzt. Dies sind schmerzlindernde, entzündungshemmende Mittel, die kein Kortison enthalten. Die Wirkung setzt schnell ein, im Durchschnitt schon 30-60 Minuten nach Tabletteneinnahme. Eine Einnahme sollte über einen Zeitraum von 7-10 Tagen erfolgen, auch, wenn der akute Schmerz bereits verschwunden ist.

Manchmal kommt auch begleitend Kortison zum Einsatz. Hier reicht meist eine kurzzeitige Anwendung von 1-5 Tagen.

Colchizin: gut wirksam, aber Vorsicht!

Ein weiteres Mittel, das zur Verfügung steht und alleine oder in Kombination mit der schmerzstillenden, antientzündlichen Therapie verabreicht werden kann, ist Colchicin. Dieser aus der giftigen Pflanzenart der Herbstzeitlosen (lateinischer Name: Colchicum autumnale) gewonnene Wirkstoff wird spezifisch für die Behandlung des akuten Gichtanfalls eingesetzt. Er greift gezielt die Zellen an, die für den heftigen Entzündungsprozess verantwortlich sind und unterstützt damit die Durchbrechung der Entzündungsreaktion im betroffenen Gelenk.

Wichtig: Bitte beachten Sie genau die Dosierungsempfehlung des Arztes! Colchizin ist ein Zellgift, das bei zu hoher Dosierung gefährlich werden kann. Auch als Dauertherapie ist es nicht geeignet und sollte nach maximal zwei Wochen wieder abgesetzt werden.

Begleitend zur medikamentösen Therapie hilft es, das betroffene Gelenk zu schonen, hochzulagern und zu kühlen. Außerdem wird manchmal zum Schutz des Magens zusätzlich ein säureblockendes Medikament verabreicht.

Nach der Akutbehandlung sind Sie dran

Übrigens: Vielleicht haben Sie schon einmal von einer Therapie gehört, die den Harnsäurespiegel direkt senkt. Diese Medikamente werden allerdings zur Dauertherapie eingesetzt und sind beim akuten Gichtanfall nicht angebracht, da sie ihn eher noch verstärken können. Frühestens zwei Wochen nach Beginn des akuten Schmerzes kann damit begonnen werden.

Wenn die akuten Beschwerden abgeklungen sind, sind Sie an der Reihe. Sicherlich wollen Sie einen solchen Gichtanfall nicht noch einmal erleben. Glücklicherweise können Sie das selbst beeinflussen, indem Sie bei Ihrer Ernährung auf ein paar Dinge achten und manche Nahrungsmittel und auch Alkohol nur in Maßen genießen. Ohnehin schmeckt es dann viel besser.

Autoren: Dr. med. Petra Schewe, Eva Bauer (Ärztin)

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