Wer ist am häufigsten von einer Fibromyalgie betroffen?

Die Fibromyalgie kommt bei Frauen deutlich häufiger vor als bei Männern. Typischerweise sind die betroffenen Frauen über 35 Jahre alt.

Eine häufige Erkrankung

Insgesamt soll es nach Schätzungen der Rheuma-Liga rund 4 Millionen Menschen in Deutschland geben, die an Fibromyalgie leiden. Sie trifft statistisch gesehen 1-2 von 100 Personen. Allerdings sind solche Schätzungen schwierig, nicht zuletzt deshalb, weil die Erkrankung selbst schwer zu fassen ist. So schwanken die Angaben zur Häufigkeit der Fibromyalgie stark.

Feststeht allerdings: Es ist keine seltene Erkrankung. Außerdem steht das weibliche Geschlecht klar im Vordergrund. Warum Frauen zwischen 40 und 60 Jahren mindestens 6-7 mal so oft erkranken wie Männer, ist unklar. Frühere Vermutungen, dass bei der Entstehung der chronischen Schmerzerkrankung Störungen der weiblichen Sexualhormone eine Rolle spielen könnten, ließen sich nicht bestätigen. Abgesehen davon können auch Männer sowie Kinder und Jugendliche betroffen sein.

Vorerkrankungen und Lebensstil erhöhen das Risiko

Neben dem Geschlecht lassen sich noch weitere Risikofaktoren ausmachen, auch wenn unklar ist, was die Erkrankung genau auslöst und wie sie sich entwickelt. Man kann zumindest beobachten, dass die Fibromyalgie oft mit entzündlich-rheumatischen oder anderen chronischen Erkrankungen einhergeht. Wer an einer solchen Erkrankung leidet, ist auch anfälliger für das chronische Schmerzsyndrom.

Eine wichtige Rolle scheint außerdem die Psyche zu spielen. So haben Menschen mit Depressionen ein erhöhtes Risiko, an Fibromyalgie zu erkranken.

Gehäuft tritt eine Fibromyalgie außerdem unter folgenden Bedingungen auf:

  • körperliche und sexuelle Gewalterfahrungen
  • Stress
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • mangelnde Bewegung

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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