Wie wirkt Chondroitin gegen Arthrose?

Für eine schmerzlose und normale Bewegung ist das schützende Knorpelgewebe an den Knochenenden essentiell. Bei der Arthrose baut sich in einem langsam fortschreitenden Prozess eben dieser Gelenkknorpel ab und verursacht Beschwerden wie Steifigkeit, Entzündungen und Schmerzen. In ausgeprägten Fällen liegen die Knochenenden blank und reiben ungeschützt aneinander – häufig wird das als Knirsch- und Knackgeräusch wahrgenommen.

Aufgrund der höheren Belastung und Tragkraft sind primär die großen Gelenke – Hüfte, Knie, Schulter – betroffen.

Chondroitin unabdingbar für die Mobilität

Chondroitin ist zusammen mit Kollagen der Hauptbestandteil des Knorpels. Es wird von den körpereigenen Chrondroblasten hergestellt und verleiht den Gelenken Widerstandskraft und Beweglichkeit. Bei Arthrose kommt es durch anlage- und altersbedingte Abnutzung nun zu einem Verlust an Chondroitin, der vom Organismus nicht in ausreichender Form und Menge wiederhergestellt werden kann.

Vielfach wird deshalb empfohlen, im Fall einer Arthrose-Erkrankung Chondroitin als Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. In der Naturheilkunde und auch bei etlichen rein schulmedizinisch praktizierenden Ärzten ist die Behandlung mit Chondroitin seit vielen Jahren erfolgreiche und gängige Praxis zum Wohle der Patienten. Üblicherweise wird es in Tablettenform mit einer Dosierung von 800-1.200 mg pro Tag eingenommen. Häufig wird der Wirkstoff auch in Kombination mit weiteren gelenkschützenden Substanzen wie Glucosamin, Selen, Omega-3-Fettsäuren, Pinienrinden-Extrakt oder Vitamin E gegeben.

Effektiver als gängiger Entzündungshemmer

Der Mikronährstoff Chrondroitin wird bevorzugt in seiner Form als Chondroitinsulfat verwendet und entfaltet als solcher seine regenerierende und entzündungshemmende Wirkung auf die beanspruchten Gelenke. Dieser Effekt wurde bereits in mehreren wissenschaftlichen Erhebungen bestätigt – zuletzt 2015 in einer großen kanadischen Studie. Hier wurde festgestellt, dass Chondroitin bei arthrotischen Problemen sogar besser wirkt, als das häufig verschriebene Celecoxib, ein Entzündungshemmer aus der Gruppe der sogenannten selektiven COX-2-Hemmer. Dies ist besonders bedeutsam, als dass letzteres Arzneimittel oft erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringt, wohingegen Chrondroitin meist sehr gut verträglich ist.

Nicht nur reine Symptombehandlung

Die Wissenschaftler fanden im Rahmen der umfangreichen Untersuchungen heraus, dass sich mit Chrondroitin der Knorpelabbau deutlicher reduzieren ließ als mit dem primär als Schmerzmittel fungierenden COX-2-Hemmer. Schwellungen und Verdickungen nahmen ab, sodass die Patienten auch weniger Schmerzmedikation brauchten. Die Studienleiter betonten, dass Chrondroitin helfe, die Ursache der Erkrankung zu mindern, wohingegen Celecoxib vielfach nur die Symptome erträglicher mache.

Die Autoren weisen allerdings darauf hin, dass eine Behandlung mit Chrondroitin ein wenig Geduld erfordert, da abgebautes und degeneriertes Knorpelgewebe für einen zumindest teilweisen Wiederaufbau einfach auch ausreichend Zeit braucht.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

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