Arthrose im Hüftgelenk: Was kann ich selbst dagegen tun?

Ihr behandelnder Arzt hat bei Ihnen eine Hüftarthrose festgestellt. Möglicherweise haben Sie sich bereits über die Entstehung und Behandlung dieser Erkrankung informiert oder haben entsprechende Informationen von Ihrem Arzt erhalten. Aber wissen Sie auch, wie Sie selbst dazu beitragen können, ein Fortschreiten der Arthrose zu vermeiden?

Für ausreichend Bewegung sorgen

Auch wenn Sie eher den Eindruck haben, Ihre schmerzende Hüfte verlange nach Ruhe und Schonung – damit tun Sie ihr und sich keinen Gefallen! Im Gegenteil, zu lange geschonte Gelenke neigen zur Versteifung, und eine Steifheit in der Hüfte ist wahrscheinlich sowieso bereits jeden Morgen nach dem Aufstehen Ihr Problem.

Also, werden Sie aktiv! Der Weg zum Supermarkt lässt sich auch zu Fuß, die Fahrt zur Arbeit mit dem Fahrrad bewerkstelligen. Sprungsportarten vermeiden Sie besser, weil dabei oft zu große Kräfte auf die Gelenke einwirken. Extremsport sollten Sie ebenfalls im allgemeinen Interesse Ihrer Gesundheit kritisch überdenken: Es kommt nicht auf wenige Male absolute körperliche Verausgabung an, sondern auf regelmäßige moderate körperliche Betätigung.

Der Hüfte Ballast abnehmen

Das leidige Thema Abnehmen… Aber die Gelenke leisten Tag für Tag Schwerstarbeit, indem sie unser gesamtes Körpergewicht tragen. Diese Arbeit kann man ihnen doch etwas erleichtern, finden Sie nicht auch? Es muss ja keine Nulldiät sein, auf Schokolade brauchen Sie auch nicht gänzlich zu verzichten. Aber etwas Fett und Kalorien könnten Sie versuchen einzusparen. Und Bewegung fällt mit etwas weniger Gewicht auch leichter. Probieren Sie es mal aus!

Insgesamt fahren Sie am besten, wenn Sie sich ausgewogen und gesund ernähren. Dazu sollten Sie sich bestenfalls nicht erst entschließen, wenn Sie bereits an Gelenkverschleiß leiden. Speziell für die Knorpelgesundheit wird der Genuss von Avocado und Avocadoöl empfohlen.

Krankengymnastik regelmäßig durchführen

Falls Ihr Arzt Ihnen Krankengymnastik verordnet hat, haben Sie dort bestimmt einige Übungen zur Stabilisierung der Muskulatur und zur Vermeidung einer Schonhaltung gezeigt bekommen. Die sechs Termine auf Rezept sind aber nicht die Lösung Ihrer Arthroseprobleme. Sie dienen lediglich dem Erlernen eines individuell auf Sie zugeschnittenen Übungsprogramms.

Dieses Programm müssen Sie dann eigenständig mindestens dreimal pro Woche, besser täglich, durchführen. Nur durch die Regelmäßigkeit des Trainings können Sie auf Dauer ungesunde Bewegungsabläufe vermeiden und eine Muskelkräftigung erzielen, was schließlich Entlastung für das Hüftgelenk bedeutet.

Kälte und Wärme selbständig anwenden

Für physikalische Maßnahmen benötigen Sie kein Rezept vom Arzt. Wenn Sie unter schmerzhaften Muskelverspannungen aufgrund einer Schonhaltung leiden, können Sie die entspannende und lockernde Wirkung von Wärme nutzen. Am besten hilft feuchte Wärme, etwa in Form von Wickeln oder eines Bades.

Zeigen sich dagegen Zeichen einer akuten Gelenkentzündung wie Rötung, Überwärmung und Schwellung, ist Wärme kontraproduktiv. Sie würde die Entzündung weiter vorantreiben. Wenden Sie bei Entzündungszeichen besser Kälte an. Möglichkeiten sind Quarkwickel oder Kühlelemente (Eisbeutel).

Bei Kälteanwendungen ist aber Vorsicht geboten, sie können zu Hautschäden führen. Legen Sie jegliche Kühlelemente niemals direkt auf die Haut, sondern umwickeln Sie sie mit einem dünnen Handtuch.

Medikamente wie verordnet einnehmen

Gerade wenn Sie ausgeprägte Schmerzen haben oder momentan unter einer akuten Gelenkentzündung (sogenannte aktivierte Arthrose) leiden, wird Ihr Arzt Ihnen Schmerzmittel bzw. entzündungshemmende Medikamente verschrieben haben. Diese Präparate sind wie vom Arzt verordnet einzunehmen.

Machen sich Nebenwirkungen wie Magenschmerzen und Übelkeit bemerkbar oder reagieren Sie mit Juckreiz bzw. Hautausschlag, informieren Sie bitte baldmöglichst die Praxis darüber. Man wird Ihnen mitteilen, ob Sie das Medikament weglassen können, oder ob Sie eine Alternative benötigen, und was Sie gegen die Nebenwirkungen tun können.

Autorin: Tanja Lodermeier, B.Sc. Health Care Studies

Anzeigen