Was genau ist bei einer Arthrose eigentlich kaputt?

Bei einer Arthrose kommt es zu einer Schädigung des Gelenkknorpels. Der Knorpel geht allerdings nicht auf einmal “kaputt“, sondern verliert nach und nach an Substanz, wodurch er brüchig und spröde wird und seine Elastizität verliert.

Dazu muss man Folgendes wissen: Unsere Gelenke bestehen aus zwei Knochen, die aufeinandertreffen. Dazwischen liegt eine Knorpelschicht, die wie eine Art Stoßdämpfer dient. Das heißt, sie federt den Druck ab und verteilt ihn gleichmäßig auf die Gelenkknochen. Sie schützt also die empfindlichen Knochen bei jeder Bewegung, damit diese nicht aneinander reiben. Mit zunehmendem Alter nutzt sich diese Knorpelschicht ab (bei manchen früher, bei anderen später) und verliert an Substanz. Diese Prozesse sind natürlich (altersbedingter Verschleiß) und bedürfen meist noch keiner Behandlung.

Wenn der Stoßdämpfer abgenutzt ist

Bei starkem Verschleiß der Gelenke hingegen kann der Knorpelabbau so weit führen, dass die Knochen direkt aneinander reiben, wodurch es zu unangenehmen Schmerzen kommt. Eine Arthrose ist entstanden. Im weiteren Verlauf nimmt die Beweglichkeit ab und das Gelenk verformt sich. In einigen Fällen können die Betroffenen das Gelenk gar nicht mehr bewegen. Zudem kann sich auch der Knochen verformen, weil er durch die fehlende “Schutzschicht“ besonders großen Belastungen ausgesetzt ist.

Von einer Arthrose sind daher nicht nur Knorpel und Gelenke betroffen; auch die umliegende Knochen, Muskeln, Bänder und Sehnen werden geschädigt.

Nicht der Knorpel selbst tut weh

Außerdem wichtig zu wissen: Knorpel haben keine Nerven. Das heißt, Knorpelschäden als solches spürt man nicht. Erst wenn der Knorpel stark geschädigt ist und dadurch auch andere Bereiche (wie die Knochenhaut, Gelenkinnenhaut, Sehnenansätze oder Muskel) einen Schaden davontragen, machen sich die Beschwerden bemerkbar. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht nach einem Vorteil. Es ist aber eher ein Nachteil, weil dadurch eine Arthrose oft erst diagnostiziert wird, wenn der Gelenkverschleiß schon weit fortgeschritten ist.

Autorin: Nina Peterz