Wie sieht eine Arthrose in den Fingern aus?

Recht charakteristisch. An den kleinen Fingergelenken sind Schwellungen und Verformungen gut zu erkennen.

Eine Arthrose in den Fingern ist in der Regel degenerativ bedingt und geht mit einem zunehmenden Verschleiß mehrerer Gelenke einher. Oft sind Frauen nach den Wechseljahren betroffen.

Finger unter der Lupe

Finger-Arthrose Finger-Arthrose Es ist manchmal nicht ganz leicht, eine Arthrose von anderen Erkrankungen wie beispielsweise einer entzündlichen Gelenkveränderung (Arthritis) zu unterscheiden. Beide können mit geschwollenen und geröteten Gelenken einhergehen, die akut sehr schmerzhaft sein können.

Ein geübter Blick und gezielte Fragen bringen den Arzt jedoch meist rasch zur richtigen Diagnose. So wird er Sie fragen, seit wann die Beschwerden bestehen, wann sie verstärkt auftreten und ob es bestimmte Auslöser, Einflussfaktoren und Begleitphänomene gibt. Wenn er Ihre Hände genau untersucht, wird ihm unter Umständen folgendes auffallen:

  • Schwellung der Gelenke
  • Rötung und Überwärmung
  • Fehlstellung und Krümmung der Gelenke
  • Knötchenbildung
  • schmerzhafte Bewegungseinschränkung

Allerdings zeigen sich diese charakteristischen Merkmale oft erst im späteren Verlauf der Erkrankung. Der Gelenkverschleiß kann über eine lange Zeit hinweg schleichend und ohne Beschwerden und sichtbare äußere Zeichen voranschreiten. Manchmal sind Schmerzen ein erstes Anzeichen der Gelenkzerstörung; ein anderes Mal wiederum bestehen keinerlei Symptome, auch wenn die Gelenke bereits deutlich verändert sind.

Arthrose oder Arthritis?

Bei einer Arthrose an den Fingern gibt es noch einige Besonderheiten, auf die der Arzt achten wird, um sie von anderen möglichen Diagnosen abzugrenzen.

Befallen sind, wie bereits erwähnt, stets mehrere Gelenke. Man spricht auch von einer sogenannten Polyarthrose (griech. poly: "viele"). Allerdings sind nur ganz bestimmte Gelenke betroffen, und zwar vornehmlich der Daumen am Übergang vom Handgelenk zum ersten Strahl der Mittelhand (Daumensattelgelenk) sowie die Fingermittel- und Endgelenke (proximale und distale Interphalangealgelenke).

Beim Daumen verspüren Betroffene oft Schmerzen an der Innenseite des Daumenballens, die bis in den Finger hinein ausstrahlen. Außerdem fällt es ihnen zunehmend schwer, fest zuzugreifen. An den Fingermittelgelenken stehen Schwellungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit im Vordergrund. An den Endgelenken können sich im Verlauf kleine Knoten an der Rückseite der Gelenke bilden. Die Finger krümmen sich mehr und mehr nach innen und können sich irgendwann grotesk verformen.

Arthritis: Endgelenke meist verschont

Eine rheumatoide Arthritis stellt sich dagegen etwas anders dar. Sie befällt in erster Linie die Grundgelenke der Finger am Übergang von der Mittelhand zu den einzelnen Fingern. Die darüberliegenden Mittelgelenke können ebenfalls betroffen sein, während die Endgelenke in der Regel ausgespart bleiben. Dafür ist wiederum eine Beteiligung des Handgelenks typisch.

Es ist also wahre Detektivarbeit für den Arzt, zur richtigen Diagnose zu gelangen. Bei genauem Hinsehen kommt er der Erkrankung aber auf die Schliche.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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