Arthrose: Was passiert in der Reha nach Gelenkersatz?

Der Begriff "Reha" ist Ihnen vielleicht von Tante Hildes Herzinfarkt oder Nachbar Meiers Autounfall bekannt. Nun sollen Sie selbst nach dem Einbau eines künstlichen Knie- oder Hüftgelenks in eine Rehaklinik oder unter der Woche in ein ambulantes Zentrum fahren. Sicher haben Sie sich schon Gedanken gemacht, was dort den Tag über mit Ihnen passiert.

Nach der Anreise

Am Anreisetag wird Ihnen zunächst Ihr Zimmer gezeigt, in dem Sie – wie auch im Krankenhaus – bei Problemen jederzeit eine Pflegekraft zu Hilfe rufen können. Um das Gepäck müssen Sie sich nicht kümmern, es wird aufs Zimmer gebracht.

Meist geht es zügig weiter zum ersten Arztgespräch. Dort werden Ihre aktuellen Beschwerden besprochen, die Gelenkbeweglichkeit getestet und die Wundheilung kontrolliert. Zusammen mit Ihnen werden die Rehaziele (zum Beispiel Schmerzfreiheit, weitere Verbesserung der Beweglichkeit etc.) festgelegt und die dafür notwendigen Therapien ausgewählt.

Beim Gespräch mit der zuständigen Pflegekraft werden Daten wie Größe und Gewicht erhoben, Blutdruck und Puls gemessen und Blut abgenommen. Hier können Sie auch klären, ob Sie Ihre gewohnten Medikamente selbst weiter nehmen oder ob diese von der Klinik für Sie bereitgestellt werden sollen. Möglicherweise haben Sie auch ein Erstgespräch mit dem für Sie zuständigen Physiotherapeuten.

Voller Terminkalender

Anhand des Arztgesprächs wird für Sie ein Therapieplan erstellt, den Sie immer wieder in Ihrem Postfach finden. Anwendung, Therapeut, Ort und Zeit sind darauf vermerkt.

Wenn Ihre Mobilität es zulässt, verschaffen Sie sich am besten zeitnah einen Überblick, wo sich die einzelnen Räume und Sporthallen befinden und wie viel Zeit Sie für die Wege benötigen. Gerade in großen Einrichtungen sind die Wege oft lang, was aber bereits als therapeutische Maßnahme gewertet wird.

Wenn Sie noch sehr eingeschränkt sind, finden viele Anwendungen natürlich in Ihrem Zimmer statt, und Sie erhalten Unterstützung, um die anderen Räumlichkeiten zu erreichen.

Verschiedenste Therapien und Anwendungen

Nach Gelenkersatz erhalten Sie selbstverständlich Einzel-Physiotherapie. Zusätzlich werden aber auch immer Gruppentherapien angeboten, da manche Übungen in der Gruppe mehr Spaß machen. Zumeist steht auch Terrain- oder Gehtraining auf dem Programm. Hier üben Sie das richtige und sichere Gehen mit und ohne Hilfsmittel in der Ebene, aber auch an kleinen Hügeln, auf verschiedenen Untergründen und auf der Treppe.

Wenn die Wunde nach dem Fädenziehen geschlossen und reizlos ist, dürfen Sie außerdem ins Bewegungsbad. Nach einem Kniegelenkersatz werden Sie in die Benutzung der Bewegungsschienen eingewiesen.

Weitere Therapien können sein:

  • Muskelaufbau an Geräten
  • Wärme-/Kälteanwendungen
  • Massagen
  • Entspannungstraining

Maßnahmen auf Sie zurechtgeschnitten

Bekommt Ihnen eine Anwendung nicht, oder fühlen Sie sich über- bzw. unterfordert, informieren Sie bitte zeitnah Ihren Arzt. Der Plan wird dann entsprechend geändert. Probleme und Fragen können auch bei den wöchentlichen Visiten geklärt werden.

Zusätzliche Aktivitäten wie organisierte Ausflüge und Ausgang am Abend lassen Sie sich bei Bedarf schriftlich vom Arzt genehmigen. Abends können Sie die Zeit gemeinsam mit Ihren Mitpatienten verbringen. Oft gibt es verschiedene Aktionen, an denen die Teilnahme auch ohne Voranmeldung möglich ist.

Zum Ende hin

Im letzten Therapieplan werden Sie nochmals Termine für Gewichts- und Blutdruckkontrolle sowie Blutabnahme finden. Auch ein ärztliches Abschlussgespräch gehört am Ende des Rehaaufenthaltes dazu. Dabei wird überprüft, inwieweit die gesetzten Ziele mit der Rehamaßnahme erreicht wurden.

Möglicherweise ist es sinnvoll, dass Sie zuhause ein engmaschiges kontrolliertes Training weiterführen. Je nach Kostenträger Ihrer Reha können von der Klinik dafür verschiedene Nachsorgeprogramme in die Wege geleitet werden.

Autorin: Tanja Lodermeier, B.Sc. Health Care Studies

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