Humira & Co nicht bei früherer Tuberkulose einnehmen

Aktueller Arzt-Tipp

Wenn Sie unter rheumatoider Arthritis leiden, kann es sein, dass Ihr Arzt eventuell eine Therapie mit sogenannten Biologika, den TNF-Hemmern, in Erwägung zieht. Dabei handelt es sich um Antikörper gegen einen körpereigenen Botenstoff.

Da die meisten dieser Präparate (z.B. Humira®, Remicade®) bei Tuberkulose keinesfalls genommen werden dürfen, wird Ihr Arzt Sie danach fragen. Hierbei ist allerdings nicht nur relevant, ob Sie aktuell erkrankt sind. Bitte teilen Sie Ihrem Arzt auch mit, wenn Sie z.B. in der Kindheit mal Tuberkulose hatten oder im Laufe der Jahre auf Röntgenbildern der Lunge noch alte, abgekapselte Tuberkuloseherde gefunden wurden.

In Zweifelsfällen wird Ihr Arzt noch mal einen Test oder eine Röntgenaufnahme machen. Es kann unter der Behandlung mit Biologika nämlich leicht zum Aufbrechen solcher alten Herde kommen und das kann – da das Immunsystem in dem Moment ja bewusst ausgebremst ist – sehr gefährlich werden. Unterstützen Sie Ihren Arzt also bitte gewissenhaft bei dieser Abklärung.

Kurz-Info zu den Medikamenten:

Zu den oben genannten Tumornekrosefaktor-(TNF)-Hemmern zählen beispielsweise die Wirkstoffe Adalimumab (Präparat Humira®), Infliximab (Remicade®) und Golimumab (Simponi®). Sie werden bei mäßiger bis schwerem Rheuma und anderen Autoimmunerkrankungen eingesetzt, wenn andere Medikamente nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Wegen möglicher schwerer Nebenwirkungen werden sie nur nach genauer Abwägung verschrieben. Vorteilhaft ist jedoch, dass sie in vielen Fällen die Krankheitsaktivität sowie das Fortschreiten der Erkrankung vollständig hemmen können.

Ihre Dr. med. Monika Steiner

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