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Rheuma: Bewegung ist auch gut fürs Herz

Eine dänische Studie konnte eindrücklich zeigen, dass Bewegung nicht nur den Gelenken von Rheumatikern guttut, sondern auch das Risiko für einen Herzinfarkt senken kann.

Schonung ist kontraproduktiv

Wenn die Gelenke steif sind und alles schmerzt, hält sich die Motivation, sich aufzuraffen und zu bewegen, verständlicherweise in Grenzen. Viele Menschen mit Rheuma meinen auch nach wie vor, ihre Gelenke schonen zu müssen. Dabei ist inzwischen bekannt: Angepasste und maßvolle Bewegung verbessert die Gelenkfunktion und kann den Verlauf einer rheumatischen Erkrankung positiv beeinflussen.

Stubenhocker tun allerdings nicht nur ihren Gelenken keinen Gefallen, sondern muten offenbar auch ihrem Herz-Kreislauf-System einiges zu. Das hat eine Studie ergeben, die in Dänemark durchgeführt wurde. Demnach sind vor allem Frauen im mittleren Alter gefährdet, einen Herzinfarkt zu erleiden.

Mehr Bewegung im ganz normalen Alltag

Das wollten die Wissenschaftler nicht hinnehmen und entwickelten ein Schulungsprogramm über 16 Wochen, um Betroffene mit rheumatoider Arthritis auf die Beine zu bringen. Aufgenommen wurden insgesamt 150 Probanden, wobei jeweils die Hälfte an der Schulung teilnahm, während die andere Hälfte als Vergleichsgruppe diente.

Zunächst wurden die Betroffenen im Schulungsprogramm über die Bedeutung von Bewegung und die Risiken mangelnder Aktivität aufgeklärt. Dann wurde mit jedem Einzelnen individuell erforscht, wie er mehr Bewegung in seinen ganz gewöhnlichen Alltag einbauen kann. Es ging also nicht um ein großes Fitnessprogramm, sondern um ganz basale Möglichkeiten, etwas mehr Schwung ins tägliche Leben zu bringen. Vor allem sollten lange Sitzzeiten vermieden bzw. immer wieder unterbrochen werden. Damit die Betroffenen länger als ein paar Tage durchhielten, bekamen sie tägliche Erinnerungsnachrichten per SMS.

Weniger Schmerzen, mehr Lebensqualität, bessere Blutwerte

Das Ergebnis: Im Vergleich zur Kontrollgruppe saßen die geschulten Teilnehmer insgesamt etwa zwei Stunden weniger am Tag. Untersucht wurden aber auch Veränderungen hinsichtlich Schmerzen, Erschöpfung (Fatigue) und allgemeiner körperlicher Verfassung. Außerdem wurden Angaben zur Lebensqualität und Selbstwirksamkeit erhoben. Und schließlich wurden Blutdruck, Gewicht und verschiedene Blutwerte bestimmt, die wichtige Parameter für die Herz-Kreislauf-Gesundheit sind. Überall schnitten die Probanden des Schulungsprogramms besser ab.

Wenn auch Sie jetzt auf den Geschmack gekommen sind und sich rundum etwas Gutes tun wollen, erkundigen Sie sich doch einmal auf der Seite der Deutschen Rheuma-Liga nach entsprechenden Programmen und Funktionstrainings, die Ihnen als Rehaleistung offenstehen, wenn Sie an einer rheumatischen Erkrankung leiden.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

 

Studie: Thomsen T, Aadahl M, Beyer N, Hetland ML, Løppenthin K, Midtgaard J, Christensen R, Østergaard M, Jennum PJ, Esbensen BA. The efficacy of motivational counselling and SMS reminders on daily sitting time in patients with rheumatoid arthritis: a randomised controlled trial. Ann Rheum Diss. 2017; 76: 1603-1606. doi: 10.1136/annrheumdis-2016-210953.

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