Entzündliches Rheuma: Ärzte fordern frühere Behandlung

Bei entzündlichem Rheuma kommt es darauf, mit der Behandlung nicht zu lange abzuwarten. Denn nur durch eine frühzeitig beginnende Therapie lassen sich die Gelenkzerstörungen aufhalten. Darauf hat jetzt einmal mehr die "Rheuma-Liga" hingewiesen.

Nicht nur die Gelenke leiden

Entzündliches Rheuma  – auch Rheumatoide Arthritis genannt – zeigt sich zuerst an schmerzenden und geschwollenen Finger- und Handgelenken. Nach und nach zerstören die Entzündungen die Gelenke, und zwar im ganzen Körper.

Vor einem schweren und langen Leidensweg warnt Professor Ulf Müller-Ladner, Rheumatologe an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim. Bei rund zwei Drittel der betroffenen Patienten zerstört die Rheumatoide Arthritis die Gelenke für immer. Bei drei Viertel beginnt der Prozess zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Doch unter den Entzündungen an den Gelenken, die durch eine fehlgesteuerte Immunabwehr hervorgerufen werden, leidet die gesamte Gesundheit. So bekommen Rheumapatienten eher Arterienverkalkung, Osteoporose (Knochenschwund) und Lungenfibrose (entzündliche Lungenerkrankung).

Neue Medikamentengruppe lindert nicht nur Schmerzen

Bei der Therapie geht es nicht nur darum, die Schmerzen zu lindern, sagt Müller-Ladner. Mit sogenannten DMARDs (Disease Modifying Anti Rheumatic Drugs) wird versucht, das Voranschreiten des entzündlichen Rheumas aufzuhalten oder zumindest zu verlangsamen. Die Rheuma-Liga betont, dass das Wirkprinzip dieser Medikamente zwar noch weitgehend ungeklärt ist. Aber laut Rheuma-Liga wirken sie: Bei langjähriger Gabe vermindern sie das Fortschreiten der Krankheit und die Zerstörung der Knochen.

Einen vorbeugenden Schutz gibt es dagegen kaum, räumt Müller-Ladner ein. Mit einer Ausnahme: Rauchen. Oder vielmehr Nichtrauchen. Zigaretten erhöhen nicht nur das Risiko für die Rheumatoide Arthtis, sondern die Krankheit verläuft bei Rauchern auch viel schwerer als bei Nichtrauchern.

WANC 13.03.2012
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin

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