Wie lange soll ich warten, bevor ich einen Therapeutenwechsel angehe?

Abwarten – wenn das Unbehagen oder Unwohlsein schon spürbar ist – ist meistens keine gute Idee. Je nachdem, welchen Therapeuten Sie gewählt haben und welches Therapieverfahren dieser Therapeut anwendet, können die Sitzungen ja zwischen zwanzig und hundert Stunden dauern.

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Wenn Sie schon am Anfang merken, dass es nicht gut läuft, dann sollten Sie es nicht einfach so weitergehen lassen. Denn zwanzig bis hundert Stunden sind eine lange Zeit. Schlimmstenfalls ist diese Zeit verschwendet oder Ihr Leiden verschlimmert sich. Wie gesagt, nicht selten hat man schon nach wenigen Sitzungen ein erstes Gefühl dafür, ob man richtig ist mit dieser Frau oder diesem Mann. Denn zuvor hatten Sie möglicherweise Probesitzungen? Und waren da noch nicht sicher?

Direkt Ansprechen – oder nicht?

Sprechen Sie mit Ihrem Therapeuten. Wenn das für Sie aber gar keine Möglichkeit ist, lassen Sie es bleiben. Sie müssen auch nicht vor dem Therapeuten begründen, warum Sie wechseln wollen, sondern nur vor Ihrer Krankenkasse. Zu empfehlen ist eine Klärung mit Ihrem Therapeuten aber schon, weil es sonst ein offenes Thema bleibt, und das hängt möglicherweise Ihnen wie auch dem Therapeuten nach. Möglich ist, dass Sie schon eine Probesitzung, also eine probatorische Sitzung, bei einem anderen Therapeuten in Anspruch nehmen – während Ihrer noch laufenden Therapie.

Auch dort können Sie ansprechen, ob und wie Sie die Sitzungen mit Ihrem bisherigen Therapeuten beenden können. Eine solche probatorische Sitzung ist möglich. Sie wird von der Krankenkasse bezahlt. Es ist aber sicher auch nicht verkehrt, darüber bereits im Vorfeld mit der Krankenkasse zu sprechen.

Autorin: Christa Kosmala, psychologische Beraterin (M.A. / Master of Counselling)

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