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Schwachstelle Prostata

Frauen machen es besser: Sie gehen regelmäßig zur Krebsvorsorge. Männer dagegen suchen meist erst bei Beschwerden den Urologen auf. Dadurch  verschlechtern sich im Fall eines Prostatakarzinoms die Heilungserfolge erheblich, warnen Experten.

Nur jeder fünfte Mann ab 45 nutzt die Chance einer kostenlosen jährlichen Vorsorgeuntersuchung. In den meisten Fällen geht „das starke Geschlecht“ erst dann zum Urologen, wenn anhaltende Schmerzen beim Wasserlassen oder Blut im Urin Anlass zur Besorgnis geben. Eine Nachlässigkeit, vor der Fachärzte eindringlich warnen: „Hinter diesen Symptomen können sich relativ harmlose Nierensteine oder Harnwegsinfektionen verbergen, möglich ist aber auch ein Prostatakarzinom“, betont Dr. med. Constantin Charvalakis, einer der Chefärzte der Urologischen Klinik des Brüderkrankenhauses in Montabaur. Vorsorgeuntersuchungen können einer solchen Erkrankung zwar nicht vorbeugen, „sie können aber verhindern, dass diese ein lebensbedrohliches Stadium annimmt“, bringt der erfahrene Urologe den Vorteil regelmäßiger Kontrollen auf den Punkt.

Jeder dritte Mann hat sich noch nie mit dem Thema Krebsvorsorge auseinandergesetzt. Jeder Vierte ist der Meinung, das Thema gehe ihn nichts an, da er ja gesund sei. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer Umfrage der Techniker Krankenkasse zur Krebsvorsorge  bei Männern. Auch „Zeitmangel“ und „Unannehmlichkeiten der Untersuchung“ waren Gründe, weshalb nur jeder fünfte Mann  das jährliche kostenlose Untersuchungsangebot in Anspruch nimmt. Dabei spricht vieles dafür: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken pro Jahr rund 60 000 Männer in Deutschland an Prostatakrebs. Experten schätzen, dass jeder zweite Mann über 60 betroffen ist.

Zur Krebsvorsorge spätestens ab Mitte 40

Handelt es sich bei dem Krebs um einen langsam wachsenden Tumor, so  raten immer mehr Fachärzte aufgrund der möglichen Nebenwirkungen einer Behandlung lediglich zu einer regelmäßigen Kontrolle. Denn: Laut einer Studie der Krankenkasse Barmer GEK klagen 70 Prozent der an Prostatakrebs operierten Männer nach dem Eingriff über Potenzprobleme und 16 Prozent über Blasenschwäche. „Die langfristige Beobachtung ist deshalb in vielen Fällen die bessere Alternative“, sagt Dr. Constantin Charvalakis, Chefarzt der Urologischen Klinik des Brüderkrankenhauses in Montabau. Ganz anders sieht es bei aggressiveren Formen aus. Diese können das umgebende Gewebe befallen sowie Metastasen in Lymphknoten und anderen Organen verursachen und machen deshalb einen operativen Eingriff zwingend erforderlich.

Um den Krebs frühzeitig zu erkennen und somit gefährliche Metastasen zu verhindern, empfehlen Urologen spätestens ab Mitte 40 die jährliche Vorsorgeuntersuchung. In der Regel umfasst diese ein Arztgespräch sowie das behutsame Abtasten von Bauch, Rücken, Prostata und Genitalien. Besteht aufgrund der Ergebnisse dieser Tast- sowie eventuell folgender Ultraschalluntersuchungen der Verdacht auf Krebs, ist ein PSA-Test in vielen Praxen Standard. „Ein erhöhter Wert im Blut kann auf eine bösartige Erkrankung der Prostata hindeuten“, erklärt Urologie-Professor Ziya Akçetin, ebenfalls Chefarzt in Montabaur. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass es andere Ursachen für den erhöhten PSA-Wert gibt, zum Beispiel eine Entzündung der Prostata.

Im Frühstadium stehen die Chancen gut

Bei Verdacht auf Prostatakrebs erfolgt eine gezielte, Ultraschall-gesteuerte, fächerförmige Biopsie. Bei dieser Untersuchung wird Gewebe aus der Prostata entnommen und analysiert. Wenn der Befund negativ ist, aber weiterhin der Verdacht auf einen Tumor besteht, kann eine Kernspintomografie für Klarheit sorgen. „Die Untersuchung registriert minimale Veränderungen des Gewebes und offenbart exakt, wo sich das Karzinom befindet“, erläutert Akçetin. Außerdem zeigt es sich, ob bereits benachbarte Organe oder Knochen betroffen sind. Ist eine Operation erforderlich, -bestehen im Anfangsstadium sehr gute Heilungschancen. Ist der Krebs auf die Prostata beschränkt, lässt sich Tumorgewebe durch offene oder minimal-invasive OP-Techniken entfernen und damit verhindern, dass sich die Erkrankung weiter ausbreitet.

Als besonders schonend und sicher gilt die Roboter-assistierte Prostataentfernung. Bei dieser innovativen Methode genügen schon Schnitte von wenigen Millimetern, um die notwendigen mikro-chirurgischen Instrumente sowie die 3D-Kamera in OP--Position zu bringen. Dem Operateur eröffnet sich dadurch ein völlig neuer Blickwinkel: „Durch die dreidimensionale und etwa zehnfache Vergrößerung der Organstrukturen kann er genauer und präziser als mit konventionellen Methoden den Tumor entfernen“, beschreibt Charvalakis das Vorgehen. „Zudem verringert sich durch den Einsatz der Roboter die Gefahr einer Operations-bedingten Impotenz und Harninkontinenz.“

Ist die Erkrankung auf die Prostata beschränkt, führt auch die Bestrahlung zu einem guten Heilungserfolg – dieser ist vor allem abhängig von Tumorstadium und Strahlendosis. Im fortgeschrittenen Stadium wird dieses Standardverfahren angewandt, um das weitere Ausbreiten zu verhindern sowie Beschwerden zu lindern.  Hat der Tumor bereits andere Organe in Mitleidenschaft gezogen, kommen zusätzlich Hormon- und Chemotherapie zum Einsatz. „Ziel aller Therapiemaßnahmen ist es, auch bei fortgeschrittener Erkrankung Schmerzen zu reduzieren und eine möglichst gute Lebensqualität zu sichern“, sagt Charvalakis

Hausarbeit reduziert Krebsrisiko

Die Ursachen für die Entstehung des Prostatakarzinoms sind laut Deutscher Krebshilfe weitgehend unbekannt. Bei Männern, die in jüngeren Jahren erkranken, wird eine genetische Veranlagung vermutet. Als mögliche Risikofaktoren gelten Übergewicht, Bewegungsmangel, fett- und kalorienreiche Ernährung sowie Rauchen.
Dass ausreichende Bewegung positiv für die Prostata sein kann, belegen mehrere aktuelle Studien. Dabei muss es nicht unbedingt Joggen oder Fußballspielen sein. Schon etwas mehr Bewegung im Haushalt, etwa Staubsaugen oder Bügeln, reduziert laut einer Untersuchung der Vanderbilt Universität in Nashville die Gefahr ernsthafter Prostatabeschwerden.

Autor: Andreas Brenneke
Patienten Journal Reise & Gesundheit 1/2014


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