Warum ist der PSA-Test in der Krebsvorsorge umstritten?

Zum einen weil der PSA-Wert nicht selten auch erhöht ist, ohne dass sich später Krebs feststellen lässt. Das führt dann zu aufwändigen weiteren Untersuchungen, die für den betroffenen Mann sehr belastend sind, nur um am Ende festzustellen, dass es sich um falschen Alarm handelte.

Vor allem aber weil der Test so häufig in der Krebsvorsorge eingesetzt wird. Hintergrund des Disputs ist, dass das Prostatakarzinom ein vergleichsweise langsam wachsender Krebs des höheren Lebensalters ist. Inwieweit eine frühe Entdeckung somit überhaupt Vorteile bringt, ist strittig. Viele Experten gehen davon aus, dass sich mit der frühen Diagnose keine Lebensjahre gewinnen lassen. Sie kritisieren, dass sich nach Entdeckung eines Prostatakarzinoms durch den PSA-Test eine diagnostische und therapeutische Mühle mit all ihren belastenden Begleiterscheinungen in Gang setzt, die oft gar nicht notwendig gewesen wäre, weil viele der betroffenen Männer niemals etwas von ihrem Krebs bemerkt hätten und auch nicht daran gestorben wären.

Informationen zur Entscheidungshilfe

 

Wenn Sie selbst unsicher sind, ob Sie im Rahmen der Krebsvorsorge einen PSA-Test durchführen lassen sollen, bietet eine Internetseite, die die AOK, die Universität Bremen und der Krebsinformationsdienst bereit gestellt haben, eine gute Entscheidungshilfe.

www.psa-entscheidungshilfe.de

Auf dieser Seite werden Sie neutral durch die verschiedenen Vor- und Nachteile geführt und können so zu einer eigenen Entscheidung kommen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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