Welche negativen Folgen oder Nebenwirkungen kann die Entfernung der Prostata haben?

Die beiden häufigsten Komplikationen auf längere Sicht sind eine Blasenschwäche (Harninkontinenz) und Probleme mit der Erektion. Obwohl die chirurgische Entfernung der Prostata zumindest für erfahrene Operateure ein Routine-Eingriff ist und sehr selten lebensbedrohliche Gefahren mit sich bringt, sind diese beiden Langzeitfolgen leider nicht auszuschließen.

Im Gegenteil: Fast alle an der Prostata operierten Männer müssen damit rechnen, Probleme mit der Erektionsfähigkeit zu bekommen. Leider oft auch dauerhaft. Das hängt damit zusammen, dass praktisch alle Nerven und Blutgefäße, die für eine Erektion bedeutsam sind, in unmittelbarer Nähe zur Prostata verlaufen und bei einer Operation nahezu immer in Mitleidenschaft gezogen werden. Nur wenn der Eingriff sehr schonend durchgeführt werden konnte und viele Nerven erhalten blieben, bestehen relativ gute Chancen, dass die Fähigkeit des Gliedes zum Steifwerden erhalten bleibt. Da dies auch wesentlich vom individuellen Befund und Operationsverfahren abhängt, zögern Sie nicht, sich vor dem Eingriff von Ihrem behandelnden Arzt Chancen und Risiken erläutern zu lassen.

Jeder zweite bekommt Inkontinenz-Probleme

Etwa jeder zweite Mann hat nach der Operation zumindest zeitweise mit einer Inkontinenz zu kämpfen. Vor allem beim Husten oder Heben von Gegenständen kann dann ungewollt Urin abgehen. Eine schwere Blasenschwäche, das heißt, auch in normalen Situationen das Wasser schlecht halten zu können, bekommen 15% der operierten Männer.

Die gute Nachricht: Oft verbessert sich die Blasenfunktion mit der Zeit wieder. Ein Jahr nach der Operation haben noch 7 von 100 Männern ernsthafte Inkontinenz-Probleme.

Darüber hinaus sind unmittelbar nach dem Eingriff folgende (seltene) Komplikationen möglich:

  • Blutungen
  • Wundheilungsstörungen oder Wundinfektionen
  • vorübergehende Verengungen der Harnröhre
  • Harnwegsinfekte (durch Blasenkatheter)
  • Wassereinlagerungen im unteren Körperbereich (wenn Lymphknoten im Becken entfernt wurden)
  • Thrombosen

Autor: Dr. med. Jörg Zorn
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

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Kommentare (1)
Prostataentfernung wegen Krebs
1 Freitag, den 23. März 2018 um 18:32 Uhr
Krämer
Die Prostata wurde bei mir operationsmäßig wegen Krebs entfernt! Ebenfalls wurden die Lymphdrüsen entfernt. Seitdem muß ich mich nachts drei bis viermal wegen starken Nachtschweiß umziehen. Kann dieser Zustand durch eine Hormonumstellung kommen und was kann man dagegen unternehmen! Gibt es Medikamente dafür?