Wann kommt eine Chemotherapie bei Prostatakrebs in Frage?

In der Regel kommt die Chemotherapie beim Prostatakarzinom erst dann zum Einsatz, wenn die Betroffenen unter der metastasierten Form des Krebses leiden. Je nach Situation gibt es hierbei verschiedene Möglichkeiten, Therapien miteinander zu kombinieren.

Mittel der Wahl: Docetaxel

Zur Chemotherapie beim Prostatakrebs wird normalerweise das Medikament Taxotere® (Docetaxel) eingesetzt. Das Arzneimittel kann entweder direkt mit einer Antihormontherapie (Androgendeprivative Therapie, ADT) kombiniert oder erst dann verordnet werden, wenn der Hormonentzug nicht mehr ausreichend wirkt.

Die kombinierte Behandlung aus Chemotherapeutikum und ADT kann den Prostatakrebs in Schach halten, krankheitsbedingte Beschwerden lindern und sogar das Überleben verlängern. Allerdings sollte man hierbei nicht die Nebenwirkungen einer solch starken Behandlung unterschätzen und in jedem Fall das individuelle Nutzen-Risiko-Verhältnis abwägen.

Festes Therapieschema

Sollten Sie sich zusammen mit Ihrem behandelnden Arzt für eine Kombinationstherapie entschieden haben, so ist zu berücksichtigen, das Medikament Taxotere® (Docetaxel) spätestens innerhalb von vier Monaten nach Beginn der Antihormontherapie einzusetzen. Dann folgt man einem festen Dosierungsschema, das zunächst im Abstand von drei Wochen für insgesamt sechs Zyklen vorgesehen ist. Der weitere Behandlungsplan hängt vom persönlichen Erkrankungsverlauf inklusive der möglichen Nebenwirkungen ab.

Bei fortschreitender Erkrankung

Sollte der Prostatakrebs trotz einer Chemotherapie mit Docetaxel weiter fortschreiten, verzweifeln Sie nicht und stecken Sie nicht gleich den Kopf in den Sand. Bei gutem Allgemeinzustand stehen Ihnen nämlich durchaus noch andere Behandlungsoptionen zur Verfügung.

In einer solchen Situation kommen folgende Therapeutika in Frage:

Abirateron (Zytiga®) – ein Antiandrogen
Enzalutamid (Xtandi®) – ein Antiandrogen
Cabazitaxel (Jevtana®) – ein Chemotherapeutikum
Radium 223 (Xofigo®) – radioaktiv, nur bei Knochenmetastasen

Linderung, nicht Heilung!

Trotz modernster Forschung und vielversprechender Wirkstoffe – eines darf man nicht vergessen: Das Ziel bei allen Therapien in diesem Stadium ist weiterhin lediglich die Beschwerdelinderung bzw. Beschwerdefreiheit. Eine Heilung des Krebses ist derzeit noch nicht möglich.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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