Wie lange dauert eine Strahlentherapie bei Prostatakrebs?

Das kommt auf die Methode an. Beim Standardverfahren, der Bestrahlung von außen (perkutane Radiotherapie), muss man sich auf einen kleinen Behandlungsmarathon einstellen. Bei der Bestrahlung von innen, bei der radioaktive Substanzen in die Prostata eingepflanzt werden, sind zwar zum Teil deutlich weniger Sitzungen erforderlich, dafür ist aber ein operativer Eingriff notwendig.

Ablauf bei der Bestrahlung von außen

Bei der perkutanen Radiotherapie werden die radioaktiven Strahlen von außen zugeführt, also so ähnlich wie beim Röntgen. Man liegt dabei unter einem sogenannten Linearbeschleuniger, der innerhalb von Sekunden bis wenigen Minuten die Strahlendosis "verabreicht". Leider kann man die erforderliche Strahlendosis aber nicht in einem Rutsch geben, weil dann die radioaktive Belastung zu groß wäre. Also wird "fraktioniert", wie die Ärzte das nennen. Die Gesamtdosis wird in viele kleine Fraktionen unterteilt. Das bedeutet, dass man über sieben bis acht Wochen täglich (bis auf die Wochenenden) in die Praxis muss, um sich bestrahlen zu lassen. Das ist zwar sehr lästig, dafür ist diese Methode aber bestens untersucht und führt zu sehr guten therapeutischen Ergebnissen. Und darum geht es ja.

Ablauf bei der Bestrahlung von innen

Völlig anders läuft die Bestrahlung bei der sogenannten Seed-Therapie ab. Dabei werden in einem einmaligen operativen Eingriff kleine radioaktive Sonden in die Prostata gestochen, die dann in den folgenden Wochen langsam abstrahlen, bis sie "verglüht" sind. Das klingt für den Einen oder Anderen vielleicht attraktiver, aber das Verfahren ist erstens nicht bei allen Prostatatumoren optimal geeignet, zweitens noch nicht so gut erprobt und wird zudem auch nicht von allen Kliniken angeboten.

Heilpflanzen als Schutz vor Krebs? Was wir empfehlen

weiterlesen...

Ähnlich sieht es beim sogenannten "Afterloading-Verfahren" aus. Hierbei werden operativ radioaktive Substanzen in die Prostata eingeführt und eine halbe Stunde bis zwei Stunden später wieder entfernt. Wenn man wieder aufwacht, strahlt also nichts mehr weiter wie bei den Seeds. Der Eingriff muss aber in der Regel zweimal nacheinander durchgeführt werden (meist innerhalb einer Woche, während der man im Krankenhaus bleibt). Zudem ist bei dieser Variante auch danach noch eine konventionelle perkutane Strahlentherapie notwendig, wenn auch mit geringerer Dosis.

Fazit: Lassen Sie sich in jedem Fall vor Behandlungsbeginn ausführlich über die für Sie in Frage kommenden Alternativen beraten, um – so weit wie möglich – mitzuentscheiden, was das beste Verfahren für Sie ist.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum