Was sollten ältere Menschen beim Aufstehen in der Nacht beachten, um einen Sturz zu vermeiden?

In der Nacht ist die Stolpergefahr für ältere Menschen besonders hoch. Auch das Risiko für kurze Ohnmachten nach dem Aufstehen, zum Beispiel wegen Kreislaufproblemen, nimmt mit dem Alter zu. Mit ein paar einfachen Maßnahmen kann das Sturzrisiko aber gesenkt werden. Sie betreffen die häusliche Umgebung und das eigene Verhalten.

Stolperfallen beseitigen!

Sämtliche Hindernisse und Stolperfallen sollten beseitigt werden (das gilt natürlich auch tagsüber). Dazu zählen etwa

  • hoch stehende Teppichkanten und Fußleisten;
  • lose Kabel;
  • rutschige Bettvorleger oder Badematten;
  • Möbel oder sonstige Gegenstände, die eine Gefahr im Laufweg darstellen können.

Lichtschalter sollten problemlos erreichbar und eine gute Beleuchtung ohne Blendeffekte im gesamten Bewegungsraum verfügbar sein. Hilfreich sind zudem, tags wie nachts, Haltegriffe im Bad und Handläufe im Flur.

Besonders beachten: Bettausstieg, Trittsicherheit, Medikamente

Die erste Gefahrenstelle auf dem nächtlichen Weg zur Toilette ist der Ausstieg aus dem Bett. Der sollte dank niedriger bzw. abgesenkter Bettkante so leicht wie möglich erfolgen. Ein Seniorenbett oder ein höhenverstellbares Pflegebett sind hierfür optimale Lösungen. Zur kurzfristigen Improvisation kann auch die Matratze auf den Boden gelegt werden.

Die anschließende Wegstrecke sollte möglichst auf trittfestem Schuhwerk und griffigem Boden zurückgelegt werden und nicht etwa mit Socken auf glattem Parkett. Nachts ist das Bewusstsein häufig gedämpft und das Reaktionsvermögen reduziert. Das gilt nicht nur für Ältere, wird bei vielen von ihnen aber durch Medikamente sogar noch verstärkt.

Nachts ist Kriechen sicherer als Laufen

Im Einzelfall kann es auch sicherer sein, den nächtlichen Weg durch die Wohnung im Kriechgang zu bewerkstelligen statt auf unsicheren Füßen. Das gilt insbesondere dann, wenn man zu Ohnmachtsanfällen ("schwarz vor den Augen") neigt.

Apropos Medikamente: Wenn Sie (oder Ihr Angehöriger) Entwässerungsmittel (Diuretika) einnehmen, sollten Sie das bis spätestens mittags tun. Damit können Sie eine vermeidbare Ursache für das nächtliche Aufstehen ausschalten. Auch Schlaf- und Beruhigungsmittel sollten nicht zu spät eingenommen werden, um den sogenannten Hangover (weiterhin dämpfende Wirkung) am Folgetag zu vermeiden.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn