Wie stark ist der Muskelabbau im Alter normalerweise?

Ab dem 50.-60. Lebensjahr geht es mit der Muskulatur tendenziell abwärts. Das gilt für Frauen und Männer in etwa gleichermaßen. Die Muskelmasse verringert sich jährlich um 1-2%, die Muskelkraft um durchschnittlich 1,5%.

Erschwerte Alltagsbeweglichkeit und erhöhtes Sturzrisiko

Mit Beginn der achten Lebensdekade beschleunigt sich der altersbedingte Muskelschwund. Bis zum 80. Lebensjahr können je nach körperlicher Aktivität bis zu 40% der Muskelmasse verloren gehen. Der Muskelabbau führt natürlich zu gewissen Einschränkungen der körperlichen Funktionsfähigkeit. Unter anderem erhöht sich dadurch das Sturzrisiko.

Am stärksten nimmt die Muskelkraft in den Beugemuskeln der Unterarme ab. Damit steigt die Gefahr, sich bei einem Sturz nicht ausreichend mit den Armen abfangen und den Sturz abbremsen zu können. Das Sturzrisiko selbst wird durch die schwindende Beinkraft erhöht. Die Schwäche in den Beinmuskeln erschwert auch Alltagsbewegungen wie Treppensteigen, Einkaufen gehen oder überhaupt das Aufstehen von einem Stuhl.

Muskeltraining sollte der Normalfall sein!

Wie meistens in der Biologie ist auch bei der Muskulatur und ihrem altersbedingten Abbau das Spektrum dessen, was noch als „normal“ bezeichnet werden kann, relativ breit. Hat der Muskelschwund allerdings ein bestimmtes Ausmaß erreicht, wird er medizinisch als Sarkopenie bezeichnet und ist nicht mehr "normal". In der Folge entwickelt sich dann häufig ein Zustand der Gebrechlichkeit. Untersuchungen zufolge sind etwa 5-13% der Menschen im Alter  zwischen 60 und 70 Jahren und bis zu 50% der über 80-Jährigen von so einem massiven Muskelschwund betroffen.

Diese Zahlen könnten mit Sicherheit reduziert werden, wenn der Muskelgesundheit und ihrer Pflege schon frühzeitiger Beachtung geschenkt würde. Denn durch Ernährung, Lebensstil und gezieltes Training kann der Muskelabbau deutlich hinausgezögert werden. Dafür ist es übrigens ist nie zu spät: Fangen Sie an!

Autor: Dr. Hubertus Glaser