Welche Medikamente erhöhen die Gefahr zu stürzen?

Mit dem Alter steigt für viele Menschen auch die Zahl der verordneten Medikamente an, die sie täglich einnehmen (sollen). Eine Reihe von ihnen erhöht leider – neben den positiven Effekten – das Sturzrisiko. Das gilt etwa für Schlaf- und Beruhigungsmittel, vor allem bei später Einnahme. Werden die Arzneimittel vom Körper nicht über Nacht vollständig abgebaut, setzt sich ihre Wirkung noch am Folgemorgen fort. Schläfrig und benommen sind die Betroffenen dann besonders sturzgefährdet.

Zu weiteren Medikamentengruppen, die bekanntermaßen die Sturzgefahr vor allem bei älteren Menschen erhöhen können, zählen:

  • Entwässerungsmittel (Diuretika);
  • Bluthochdruckmittel;
  • Mittel gegen Schmerzen bzw. Rheuma;
  • Arzneimittel gegen Depressionen (Antidepressiva) und andere psychische Störungen (Psychopharmaka);
  • Abführmittel.

Medikamentenliste prüfen auf: Notwendigkeit, Dosierung, Einnahmezeitpunkt

Wenn solche Medikamente bei Ihnen oder Ihrem Angehörigen auf der täglichen Einnahmeliste stehen, sollten Sie folgendes, ggf. in Absprache mit Ihrem Arzt, überprüfen:

  • Wird das Medikament tatsächlich benötigt und erweist es sich als hilfreich?
  • Ist die Dosierung richtig für Sie eingestellt und zwar so niedrig wie möglich?
  • Ist der Einnahmezeitpunkt optimal (nicht zu spät am Tag)?

Durch Medikamentenverzicht, durch Dosisreduktion und durch Vorverlegung des Einnahmezeitpunkts konnte schon so mancher Sturz vermieden werden. Letzteres ist gerade auch bei den Entwässerungsmitteln wichtig, damit deren Wirkung Sie nicht nachts aus dem Bett und das Sturzrisiko unnötig nach oben treibt.

Autor: Dr. Hubertus Glaser