Wie stärkt Alfacalcidol die Muskelkraft?

Alfacalcidol wirkt auf Muskelzellen aktivierend und stärkend. Es hat Effekte auf die Kraft, Leistung, Neubildung und Umfangsvermehrung der Muskulatur. Das war die Kurzfassung.

Zur Langfassung: Alfacalcidol ist eine direkte Vorstufe des natürlichen Vitamin-D-Hormons. Es handelt sich um ein sogenanntes Prohormon. Nach der Tabletteneinnahme wird Alfacalcidol rasch und kontinuierlich in das Vitamin-D-Hormon umgewandelt.

Die meisten Menschen (zu denen auch Ärzte zählen) kennen Vitamin D vor allem für seine knochenschützende Wirkung. Dabei spielt es in seiner hochaktiven Hormonform über die Knochen hinaus für verschiedene Organsysteme eine bedeutende Rolle. Auch für die Muskulatur, die – wie das Nervengewebe – über spezielle Vitamin-D-Rezeptoren verfügt.

Wie das Vitamin-D-Hormon auf die Muskulatur wirkt

Das D-Hormon wirkt sowohl über diese Rezeptoren als auch über Kalziumionenkanäle auf die Muskelzellen ein. Es steuert so die Kraft, Leistung, Neubildung und Umfangsvermehrung der Skelettmuskulatur. Auch die Faserzusammensetzung wird günstig beeinflusst: Es werden mehr weiße Typ-II-Fasern gebildet, die für das schnelle Zusammenziehen der Muskeln erforderlich sind und z.B. rasche Ausgleichsbewegungen ermöglichen. Als ein Regulator im Zusammenspiel von Muskeln, Nerven und Gehirn gewährleistet das D-Hormon zudem unser Koordinations- und Gleichgewichtsvermögen.

Therapeutische Vorteile als Prohormon

Die Hauptwirkung von Alfacalcidol beruht vor allem auf derjenigen von Calcitriol, der Endstufe der Vitamin-D-Aktivierung. In der therapeutischen Anwendung hat Alfacalcidol aber gegenüber dem Calcitriol gewisse Vorteile, vor allem was die Sicherheit, Verträglichkeit und den Einnahmemodus betrifft. Und beide Substanzen sind dem inaktiven Vitamin D, das wir mit der Nahrung bzw. über Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, in der Wirksamkeit gerade bei älteren Menschen häufig überlegen.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn