Navigator-Medizin.de
   X   

[Krankheiten von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Medikamente von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Diagnostik & Laborwerte von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Therapieverfahren von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Gesundheitsthemen von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Symptome von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   
Suche

Wie wirkt Doss?

Doss® ist ein gut verträgliches Medikament zur Behandlung von Störungen des Kalzium- und des Knochenstoffwechsels, insbesondere bei älteren Menschen mit Nierenschwäche. Außerdem hat es offenbar einen vorbeugenden Effekt gegen Stürze im höheren Alter.

Verbesserung der Muskelfunktion vermindert die Sturzgefahr

Der in Doss® enthaltene Wirkstoff heißt Alfacalcidol. Das ist eine synthetische Vorstufe des natürlichen Vitamin-D-Hormons (Calcitriol). Ähnlich wie Vitamin D stimuliert Alfacalcidol den Kalziumstoffwechsel und erhöht damit die Festigkeit der Knochen. Das ist vor allem in der Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose von Bedeutung.

In einem anderen Aspekt ist Alfacalcidol aber deutlich effektiver als Vitamin D, wie Studien gezeigt haben: Es stärkt auch die Muskelfunktion. Der Vorteil gegenüber Vitamin D besteht darin, dass Alfacalcidol im Gegensatz zu Vitamin D den Nierenstoffwechsel umgeht. Damit gelangt mehr aktiver Wirkstoff in den Körper. Und das scheint sich speziell bei der positiven Wirkung auf die Muskulatur besonders auszuwirken. Die Folge dieses Muskel-Effekts: Unter der Einnahme von Alfacalcidol (Doss®) kommt es bei älteren Menschen zu weniger Stürzen als bei reiner Vitamin-Behandlung. Das haben mehrere Studien gezeigt.

Umgehung der Nieren bringt entscheidenden Vorteil

Für die, die es genauer wissen wollen, noch mal zurück zu den Nieren: Alfacalcidol entfaltet seine Wirkung unabhängig von der Nierenfunktion. Denn für die Umwandlung von Alfacalcidol zu Calcitriol ist nur ein einziger Aktivierungsschritt in der Leber nötig. In der üblichen Stoffwechselkaskade – wenn Sie das „normale“ Vitamin D über die Nahrung oder als Nahrungsergänzung aufnehmen – entsteht das aktive D-Hormon dagegen erst nach einer weiteren biochemischen Bearbeitung in der Niere.

Das hat positive Konsequenzen für das therapeutische Wirkprofil von Doss®. Das Medikament stellt ausreichende D-Hormon-Blutspiegel auch bei einem gestörten Vitamin-D-Stoffwechsel in der Niere sicher. Anders als die übliche Vitamin-D-Einnahme. Durch Umgehung der Nieren und ihrer Rückwirkungsmechanismen können zudem höhere Konzentrationen an D-Hormon im Blut und an den Vitamin-D-Rezeptoren im Gewebe erzielt werden. Auch die Rezeptordichte selbst wird erhöht. Das ist für ältere  Menschen ein besonderer Vorteil, da sich bei ihnen in den Muskelzellen und an anderen Zielorganen wie Nerven und Gehirn normalerweise nicht mehr so viele Rezeptoren bilden.

Prohormon mit vielfältigem Wirkspektrum auf Knochen, Muskeln, Nerven und Immunsystem

Die vielfältigen Wirkungen des traditionell als „Vitamin D“ bezeichneten D-Hormons sind immer besser erforscht. Dabei hat sich auch gezeigt, dass  das Prohormon Alfacalcidol als direkte Vorstufe des Calcitriols offenbar zusätzlich noch über eigene positive Wirkeffekte verfügt. Zu den nachgewiesenen Wirkungen von Doss® zählen u.a.:

  • Senkung des Sturz- und Bruchrisikos bei älteren Menschen in häuslicher Umgebung;
  • Verbesserung der Muskelkraft sowie des Zusammenspiels von Nerven und Muskeln;
  • Unterbindung des Knochenabbaus;
  • direkte Stimulierung der Osteoblastenaktivität und damit des Knochenaufbaus;
  • Steigerung der Knochendichte;

Wirkung auf zellulärer Ebene

Erreicht werden diese Effekte durch folgende zelluläre Wirkungen:

  • Erhöhung der Kalziumaufnahme im Darm;
  • Regulation des Kalziumstoffwechsels in Muskeln und damit der Muskelarbeit;
  • Beseitigung eines D-Hormon-Mangels und erniedrigter Blutspiegel;
  • Minderung einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen (sekundärer Hyperparathyreoidismus und mit erhöhten Werten an Parathormon);
  • Steigerung der Dichte an Vitamin-D-Rezeptoren in Muskel- und Nervenzellen;
  • direkte Stimulierung der Muskelzellbildung und Zunahme des Muskelfaserquerschnitts;
  • verbesserte Muskelzellentwicklung und Zunahme der Typ-II-Fasern, die für eine schnelle Muskelkontraktion verantwortlich sind;
  • verschiedene günstige Effekte auf das Immunsystem (u.a. bei entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma)

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

Inhaltsverzeichnis Top