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Vitamin D für starke Knochen

Vitamin D schützt neben Kalzium vor Osteoporose. Für wen eine Einnahme sinnvoll ist und warum Sonnenbaden allein nicht ausreicht, sagt Privatdozent Dr. Florian Barvencik, Oberarzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf im Interview.

Herr Dr. Barvencik, wie gut ist die Bevölkerung in Deutschland mit Vitamin D versorgt?

Untersuchungen des Robert Koch-Instituts haben ergeben, dass fast 81 Prozent der Männer und 88,5 Prozent der Frauen weniger Vitamin D über die Nahrung zu sich nehmen, als die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. Dies führt unter anderem in Deutschland zu einem weit verbreiteten Vitamin-D-Mangel.

Würde es nicht ausreichen, regelmäßig in die Sonne zu gehen?

Nur in die Sonne zu gehen, genügt als alleinige Maßnahme leider nicht. Studien zeigen, dass in den Monaten Oktober bis März die UVB-Strahlung in Breitengraden bis 42° für die Bildung von Vitamin D in der Haut nicht ausreicht. 42° entspricht etwa der Höhe von Rom. Deutschland reicht etwa vom 47. bis zum 54. Breitengrad, liegt also deutlich nördlicher und ist weniger der Sonne ausgesetzt als Rom.

Könnte man die Nahrungsergänzung mit Vitamin D dann auf die Wintermonate beschränken?

Untersuchungen haben ergeben, dass ein Großteil der Bevölkerung selbst im Sommer nicht mit genügend Vitamin D versorgt ist. Daher ist eine adäquate Vitamin-D-Zufuhr über die Nahrung oder über zusätzliche medikamentöse Ergänzung das ganze Jahr sinnvoll, nicht nur in den Wintermonaten.

Kann die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten bei normalen Vitamin-D-Werten kontraproduktiv sein?

Bei konstanten Vitamin-D-Werten über 30 ng/ml ist eine weitere Vitamin-D-Supplementation nicht zwingend notwendig. Dass sie schadhaft sein könnte, ist eher unwahrscheinlich. Man müsste fahrlässig oder vorsätzlich Vitamin D in hohen Dosen zu sich nehmen, um negative Effekte zu erzielen. Das Bundesamt für Risikobewertung betrachtet eine langfristige Zufuhr von 2 000 Einheiten Vitamin D am Tag für Erwachsene und 1 000 Einheiten Vitamin D täglich für Kinder als sicher. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigt diese Einschätzung.

Interessant ist vor diesem Hintergrund, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Januar 2012 neue Referenzwerte herausgegeben hat. Die DGE empfiehlt für alle Kinder, die älter als ein Jahr sind, sowie für alle Erwachsenen die tägliche Zufuhr von 800 IE Vitamin D. Vitamin-D-Experten empfehlen teilweise sogar höhere Tagesdosen. Mit den frei im Handel erhältlichen Produkten ist eine versehentliche Überdosierung nur schwer möglich.

Wann empfehlen Sie zusätzlich zu Vitamin D die Einnahme von Kalziumpräparaten?

Wer sich normal ernährt und Milch, Käse, Jogurt und andere Milchprodukte zu sich nimmt, ist in der Regel ausreichend versorgt. Der tägliche Bedarf liegt bei 1  000 bis1  500 Milligramm. Auch über den Kalziumgehalt im Mineralwasser lässt sich ein Großteil des Bedarfs decken. Für Menschen, die keine Milchprodukte vertragen, bei Mangelernährung oder Magen-/Darm-Erkrankungen kann eine zusätzliche Kalzium-Einnahme sinnvoll sein.

Interview: Birgit Bok
Patienten Journal Reise & Gesundheit 1/2013


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