Stimmt es, dass eine Kalzium-Therapie gefährlich fürs Herz sein kann?

Ja, allerdings ist diese Erkenntnis noch recht neu. Eine im British Medical Journal publizierte Studie (Bolland et al., BMJ 2010) hat ergeben, dass bei regelmäßiger Einnahme von Kalziumpräparaten (ohne gleichzeitige Vitamin-D-Gabe) zur Vorbeugung oder Behandlung einer Osteoporose das Herzinfarktrisiko in einem vierjährigen Beobachtungszeitraum um etwa 30% steigt.

Die weit verbreitete Kalzium-Prophylaxe wird deshalb kritisch hinterfragt und sollte laut Leitlinie des Dachverbandes Osteologie (DVO) nur erfolgen, wenn die empfohlene tägliche Aufnahme von 1.000 mg Kalzium mit der Nahrung nicht erreicht wird. Die Gesamtmenge des mit Nahrungsmitteln und Präparaten zugeführten Kalziums sollte 1.500 mg nicht überschreiten. Zur Orientierung: Eine Scheibe Käse oder 1 Glas Milch enthalten etwa 300 mg Kalzium, 1 Joghurt etwa 120 mg Kalzium, 1 Liter kalziumreiches Mineralwasser 200 bis 500 mg Kalzium.

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