Kann man an Osteoporose sterben?

Eine Osteoporose kann man zwar in der Regel nicht heilen, also nicht komplett rückgängig machen. Aber dass man daran stirbt, ist höchst unwahrscheinlich. Dass bestimmte Experten immer wieder das Gegenteil behaupten und die Osteoporose als todbringendes Monster beschreiben (was dann Journalisten gern kritiklos übernehmen und nachplappern), hat eher damit zu tun, dass einige dieser Experten finanzielle Zuwendungen von eben jenen Herstellern erhalten, die mit Osteoporose-Medikamenten viel Geld verdienen. Und wer Angst hat, nimmt mehr Pillen ein.

Wenn überhaupt, dann nur indirekte Gefahr

Natürlich kann der Knochenschwund in seltenen Fällen auch irgendwann zum Tode führen. Dann aber eher indirekt. Eine solche Gefahr droht zum Beispiel, wenn es zu wiederholten Knochenbrüchen mit langer Bettlägerigkeit kommt. So kann sich gerade bei sehr alten Menschen bei längeren Krankenhausaufenthalten eine Lungenentzündung entwickeln, die im schlimmsten Fall auch tödlich enden kann. Und bei zusätzlich bestehenden Durchblutungsstörungen bergen längere Liegezeiten immer die Gefahr, dass sich Thrombosen in den Beinen bilden, die eine lebensbedrohliche Lungenembolie verursachen können.

Medikamente bei fortschreitendem Knochenschwund sinnvoll

Aber erstens ist dann eigentlich weniger die Osteoporose Schuld, sondern die Altersschwäche oder das, was die Durchblutungsstörungen verursacht hat. Zweitens passiert das alles nicht, wenn es sich um eine leichte Osteoporose-Form handelt. Und die meisten Fälle von Osteoporose sind eher leichter Natur, die sich mit viel Bewegung, gesunder Ernährung und manchmal auch Medikamenten gut eindämmen lassen.

Bei fortschreitendem Knochenschwund wird natürlich sehr wohl und auch zurecht mit Medikamenten behandelt. Damit soll einer zu starken Abnahme der Knochendichte entgegengewirkt werden – und damit der Gefahr wiederholter Knochenbrüche.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn