Kann eine Schilddrüsenüberfunktion zur Osteoporose führen?

Ja. Vereinfacht kann man sagen, dass das Schilddrüsenhormon Thyroxin den Energieverbrauch und Gesamtumsatz des Körpers erhöht. Das ist auch völlig okay, nur bei einem Zuviel davon wird es zum Problem.

Das Schilddrüsenhormon Thyroxin führt auf vielfältige Weise zu einem erhöhten Energiebedarf: Die Körpertemperatur steigt, das Herz schlägt schneller, die Verdauung wird angekurbelt, kurzum, alles läuft auf Hochtouren. Und auch der Kochenabbau wird gefördert, weil ja Energiereserven benötigt werden.

Wenn die Schilddrüsenhormone aus dem Ruder laufen

Normalerweise wird das durch diverse hormonelle Gegenspieler gut ausgeglichen (u.a. durch ein anderes Schilddrüsenhormon, das Calcitonin). Der Körper ist hier geradezu ein Vorbild an bedarfsorientierter Steuerung. Nur wenn die Schilddrüse nicht mehr ordnungsgemäß arbeitet, kann ein Problem entstehen. Typische Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion (medizinisch: Hyperthyreose) sind zum Beispiel eine zu hohe Herzfrequenz, Gewichtsabnahme, Haarausfall – und eben auch Knochenschwund, das aber nur auf längere Sicht.

Eine Unterfunktion der Schilddrüse ist übrigens auch keine Lösung. Menschen mit einer sogenannten Hypothyreose sind müde, schlapp und nehmen zu.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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Schilddrüsenüberfunktion: Symptome und Behandlung