Stimmt es, dass Vitamin D nicht nur vor Osteoporose, sondern auch vor Stürzen schützt?

Ja. Denn Vitamin D beeinflusst neben der Knochenstabilität auch die Muskulatur und die Koordinationsfähigkeit der Muskeln. Ein Mangel an Vitamin D erhöht daher das Risiko zu stürzen. Außerdem können Menschen mit Vitamin-D-Mangel beim Fallen weniger gut reagieren, stützen sich oft nur unzureichend ab und verletzen sich demnach häufiger oder heftiger.

Vitamin-D-Tabletten genügen nicht

Allerdings kann man mit Vitamin-D-reicher Kost oder einer Einnahme von Vitamin-D-Tabletten kaum einen Effekt auf die Sturzgefahr erreichen. Zumindest gibt es keine Studien, die das nachweisen. Denn Vitamin D muss im Körper erst in aktive Metaboliten verstoffwechselt werden, um von denen kommt bei aufgenommenem Vitamin D zu wenig am Muskel an, um das Sturzrisiko zu reduzieren. Möglich ist das aber durch die Einnahme der aktiven Formen von Vitamin D, das sind Calcitriol oder auch Alfacalcidol.

Vitamin D kommt aber in jedem Fall eine entscheidende Rolle im Knochenstoffwechsel zu. Das heißt: Wer anhaltend über ausreichend Vitamin D verfügt, hat tendenziell auch stabilere Knochen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn
Quelle: Bischoff-Ferrari HA, Dawson-Hughes B, Staehelin HB et al. Fall prevention with supplemental and active forms of vitamin D: a meta-analysis of randomised controlled trials. BMJ 2009; 339: b3692